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Ernährung: Diese Fische können Sie ohne Bedenken kaufen

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 17:35 Uhr
Zander aus ökologischer Zucht kann mit gutem Gewissen gegessen werden. (FOTO: ARCHIV) 
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Die Weltmeere sind überfischt, viele Fischarten stehen kurz vor dem Aussterben. Umweltschützer setzen deshalb auf die Verbrauchermacht: Wer bestimmte Fischarten nicht kauft oder im Restaurant bestellt, handelt richtig.
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Halle (Saale)/MZ. 

Die Weltmeere sind überfischt, viele Fischarten stehen kurz vor dem Aussterben. Die Vereinten Nationen warnen: 85 Prozent der Bestände werden bis an die Grenze genutzt. Politisch wird dieser Entwicklung zu wenig entgegengesetzt. Umweltschützer setzen deshalb auf die Verbrauchermacht: Wer bestimmte Fischarten nicht kauft oder im Restaurant bestellt, handelt richtig.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace unterstützt die richtige Wahl mit einem Fischratgeber im Scheckkartenformat, der gerade aktualisiert erschienen ist. Dort lässt sich nachlesen, welche Arten noch gegessen werden können und auf welche Verbraucher besser verzichten.

Forelle mit gutem Gewissen

Allerdings übertrifft die Zahl der Fische auf der Roten Liste die auf der Grünen in einem Maß, dass es nicht schwerfällt, auswendig zu lernen, welcher Fisch akzeptabel ist. Ohne Gewissensbisse können Verbraucher laut den Umweltwächtern nämlich nur noch Forelle, Karpfen und Zander aus nachhaltiger Aquakultur kaufen. Beliebte Speisefische wie Kabeljau, Hering und Lachs sind nur noch eingeschränkt empfehlenswert. Seit dem Vorjahr hat sich auch die Bewertung für Pangasius und Sardine geändert: Sogar diese populären Arten sollte man nur noch mit Einschränkungen kaufen.

Was aber bedeutet "mit Einschränkungen"? Bei allen Arten dieser Kategorie muss auf das Fanggebiet geachtet werden, aus dem der Fisch stammt. Es sollte auf Verpackungen, Konserven oder an der Fischtheke vermerkt sein.

Auch die Angaben zur Fangmethode geben Aufschluss darüber, ob der Fisch bedenkenlos gekauft werden kann. Um all diese Angaben richtig deuten zu können, ist einiges an Fachwissen erforderlich. Ob im Handel die entsprechenden Informationen gegeben werden, ist auch nicht immer gesichert. Das macht den Einkauf kompliziert. Wer sich nicht ganz so intensiv mit Fischereiwirtschaft beschäftigen will, kann sich an Zertifizierungssiegeln orientieren.

Weit verbreitet ist das Marine Stewardship Council (MSC) für nachhaltige Fischerei. Dieses Siegel signalisiert dem Verbraucher, dass es sich um ein Produkt aus garantiert umweltverträglich bewirtschafteter Fischerei handelt. Um diese Sicherheit auch für Zuchtfische aus Aquakulturen gewährleisten zu können, arbeitet die internationale Naturschutzorganisation WWF am Aufbau eines weiteren Umweltsiegels Aquaculture Stewardship Council (ASC). Als verlässlich gelten zudem Siegel für Zuchtfische der Verbände Bioland oder Naturland (Siegelübersicht siehe rechts).

Nicht gerade leichter wird die Auswahl im Supermarkt dadurch, dass Greenpeace-Empfehlungen zum Teil von denen anderer Umweltorganisationen wie dem WWF abweichen: Greenpeace ist in seiner Bewertung strenger. Die Umweltschützer bezeichnen eine Fischart schon als "nicht empfehlenswert", wenn bei seinem Fang nur eins von elf Negativkriterien - etwa Fang in empfindlichen Tiefseeregionen oder hoher Beifang - zutrifft.

Wir haben die wichtigsten Fakten aus dem aktuellen Ratgeber, der jedes Jahr auf den neusten Stand gebracht wird und Verbrauchern kostenfrei zur Verfügung steht, für Sie in einer Grafik zusammengefasst (Seite unten).

Auf der Basis wissenschaftlicher Daten über die Fischbestände bewertet Greenpeace im aktuellen Ratgeber rund 80 Speisefischarten hinsichtlich ihrer Gefährdung, aufgeteilt in 380 Wild-Fischereien und Aquakulturen.

Überblick über die Fanggebiete

Die Bewertung berücksichtigt nicht nur die Größe der Fischbestände, sondern auch deren Gesundheitszustand und die Umweltauswirkungen der Fangmethoden. Neu im Ratgeber ist ein Überblick über die Fanggebiete und die genaue Kennzeichnung von Fischprodukten. Die Empfehlungen berücksichtigen, ob Bestände überfischt und Fangmethoden zerstörerisch sind, ein hoher Beifang anfällt oder illegal gefischt wird. Der allgemeine Appell der Umweltschützer lautet: Am besten generell weniger Fisch essen und beim Einkauf die richtige Wahl treffen.

Der Greenpeace-Fischratgeber im Internet zum Download: www.greenpeace.de

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