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An Leukämie erkrankt: Stammzellenspender für 19-jährigen Patrick gesucht

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Patrick Mauf  benötigt einen Stammzellspender. Schwester Selina und die Eltern Yvonne und Dirk wollen eine Typisierungsaktion starten.

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Peter Wölk

Ziegelroda/Halle (Saale) -

Etwas schlapp sitzt Patrick Mauf im Krankenbett des Klinikums in Halle-Kröllwitz. Die Therapie ist dem jungen Mann aus Ziegelroda an diesem Morgen nicht so gut bekommen. Der Chemiecocktail, der ihm regelmäßig über einen auffälligen Zugang am Hals in den von der Krankheit gezeichneten Körper gepumpt wird, löst Übelkeit aus.

Erster Tumor mit drei Jahren

Und doch ist Patrick Mauf ein echter Kämpfer. Denn anders lässt sich die Kraft und Entschlossenheit kaum erklären, mit der der 19-Jährige dem nächsten schweren Schicksalsschlag begegnet, den er in seinem noch jungen Leben verkraften muss. Denn seit seinem dritten Lebensjahr hat Patrick Mauf sage und schreibe vier Hirntumore besiegt, die das Leben der Familie immer wieder aus dem Tritt brachten. Nun ist es die niederschmetternde Diagnose Leukämie, die den Ziegelrodaer zu einem erneuten Krankenhausaufenthalt zwingt. Dieses Mal leidet und bangt die Familie jedoch besonders. Denn anders als bei den bösartigen Wucherungen im Kopf zuvor, die herausoperiert und somit aktiv angegangen werden konnten, ist die Familie nun zum Warten verdammt. Warten auf einen passenden Stammzellspender, auf Patricks Lebensretter.

Eine Woche vor Weihnachten plagen Patrick Mauf heftige Bauchschmerzen. „Als die vom Bereitschaftsarzt verschriebenen Medikamente nichts brachten, sind wir ins Krankenhaus nach Sangerhausen gefahren“, erinnert sich seine Mutter Yvonne. Dort wird festgestellt, dass die Blutwerte nicht stimmen. Patrick wird nach Halle geschickt, wo er am 30. Dezember die schlimme Diagnose erhält. Seitdem wird er in Kröllwitz behandelt - trotz seiner 19 Jahre auf der Kinderstation. „Die Ärzte und Schwestern haben sofort gesagt, dass sie ihn dort aufnehmen, weil es für ihn ein vertrautes Umfeld ist“, erklärt Yvonne Mauf.

Patrick ist hier kein Unbekannter. Im Jahr 2000 zeigt er motorische Auffälligkeiten, hat etwa Probleme aus dem Bett aufzustehen. Ein Arzt misst einen erhöhten Augeninnendruck, drängt auf eine Computertomographie, bei der ein Hirntumor entdeckt wird. Bedingt durch die OP entwickelt sich bei Patrick zudem eine Epilepsie, die die Ärzte jedoch mit Medikamenten einigermaßen unter Kontrolle bringen.

Bis 2008 ist Ruhe, dann zeigen sich bei einer Nachkontrolle erneut Auffälligkeiten am Gehirn. Wieder eine OP, Chemo. „Leider infizierte sich ein Teil des Schädelknochens, der dann entfernt werden musste“, erzählt Yvonne Mauf. Zwei Jahre lebte Patrick mit einem Loch im Kopf, heute sitzt an der Stelle ein Implantat aus Plastik.

Längst haben sich zu dieser Zeit bereits die Erkrankungen auf die schulischen Leistungen ausgewirkt. Patrick fehlte ja immer wieder im Unterricht. Aufgrund des Förderbedarfs geht er frühzeitig auf eine spezielle Schule in Halle. Doch auch dort wird seine Wiedereingliederung jäh unterbrochen, als 2012 und 2013 jeweils wieder Tumore entdeckt werden. „Man lernt mit den ständigen Diagnosen zu leben“, sagt Yvonne Mauf für sich und ihren Sohn. Darüber, dass ihn irgendwann einmal die Kraft und Zuversicht verloren gehen könnte, über das Sterben, spricht die Familie nicht.

Halle für Typisierung gesucht

Dafür zeigt sich Patrick auch stets zu ehrgeizig. Trotz seiner Schwerbehinderung will der 19-Jährige, der in seiner Freizeit gern mit Vater Dirk in der Region angeln fährt und sich für Oldtimer begeistert, einen Beruf erlernen. Im vergangenen September beginnt er deshalb in Bad Dürrenberg in einer speziellen Einrichtung eine Tischlerlehre. Nur drei Monate später folgt jedoch der erneute Rückschlag, Patrick erkrankt an Leukämie. Tapfer kämpft er gegen die Krankheit, traurig macht ihn nur, dass das Taschengeld aus seiner Ausbildung wegfällt. Denn damit wollte er sein Zimmer renovieren. Als der Kinderplanet Halle, ein Verein zur Förderung krebskranker Kinder, davon erfährt, übernimmt dieser dafür prompt die Kosten.

Damit Patrick möglichst bald nach Hause in sein nagelneues Zimmer zurückkehren kann, benötigt er jedoch dringend eine Stammzellspende. „Bislang wurde niemand gefunden“, erzählt Yvonne Mauf. Nun geht die Familie in die Offensive, möchte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei eine große Typisierungsaktion starten. „Dafür benötigen wir aber noch ein paar Helfer, die bei der Organisation helfen und vor allem einen großen Raum oder eine Halle“, erzählt Yvonne Mauf. (mz)


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