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Spenden für Afrika: Sanitäts-Autos werden in den Sudan transportiert

Uhr | Aktualisiert 16.01.2013 19:31 Uhr
Albrecht Kloß freut sich mit Arkangelo Modesto, dass die Unimogs nun auf die Reise in den Südsudan gehen. (FOTO: WOHLFELD) 
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Unimog-Sanitäts-Fahrzeuge, die zur medizinischen Versorgung eingesetzt werden, gehen von Warnstedt (Landkreis Harz) aus auf die Reise in den Süden des Sudan. Mit an Bord sind jede Menge Spenden.
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WarnstedT/MZ. 

"Wir sind froh, dass es endlich soweit ist." Freudestrahlend nimmt Arkangelo Modesto die zehn aufgearbeiteten Unimog-Sanitäts-Fahrzeuge in Empfang, die ihm Albrecht Kloß, Geschäftsführer der Warnstedter Agrargesellschaft, symbolisch übergeben hat. Die Autos sollen dem Arzt Modesto und seinen Kollegen in seiner Heimat im Norden des Südsudans bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung helfen. Insbesondere geht es dabei um die Mutter-Kind-Gesundheit, erklärt Arkangelo Modesto.

Das Terrain in seiner Heimat sei sehr schwierig, mit normalen Autos seien die oft sehr weit entfernt wohnenden Patienten nicht zu erreichen. "Wir werden die Lkw nutzen, um Frauen ins Krankenhaus zu bringen, wo Operationen, Kaiserschnitte durchgeführt werden können, oder um den Arzt oder die Hebamme zu den Patienten zu bringen", erläutert der Mediziner. Ziel sei, die hohe Müttersterblichkeit - mit 2.054 pro 100.000 Geburten eine der höchsten der Welt - zu senken. "Wir wollen das innerhalb eines Jahres um die Hälfte reduzieren", erklärt Arkangelo Modesto. "Wenn wir die Müttersterblichkeit reduziert haben, haben wir auch die Kindersterblichkeit reduziert. Dann haben wir einen großen Fortschritt erzielt." Und mit den Unimogs gebe es nun die Logistik dafür, die Patienten zu erreichen.

Die zehn Sanitäts-Fahrzeuge aus 1980er Baujahren, die der Südsudan aus Altbeständen der Bundeswehr gekauft hat, wurden in Warnstedt aufgearbeitet. Albrecht Kloß und Arkangelo Modesto verbindet eine mehr als 20-jährige Freundschaft. Kennengelernt hatten sich die beiden, als Modesto mit einer Delegation aus dem Sudan 1986 in der damaligen DDR zu Gast war und dabei auch die damalige Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in Warnstedt besuchte. Als der Südsudaner, der in seiner Heimat Medizin studiert hatte, 1989 zur einer Weiterbildung zum Facharzt für Dermatologie an die Charité nach Berlin kam, nahm er Kontakt zu Albrecht Kloß auf. Während seiner Ausbildung an der Charité, aber auch in der Zeit danach, als der promovierte Dermatologe in seiner eigenen Praxis in Berlin arbeitete, blieben die beiden in Verbindung.

Mit der Unabhängigkeit des Südsudans entfielen die Gründe, die Arkangelo Modesto ins politische Asyl getrieben hatten. "Mein Land war frei und unabhängig geworden. Es war meine Pflicht, am Aufbau meines Landes teilzunehmen", sagt der 59-Jährige, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Er löste seine Praxis in Berlin auf, kehrte in sein Heimatland zurück und engagiert sich dort seit inzwischen sechs Monaten gemeinsam mit anderen Ärzten, Medizintechnikern oder Sozialarbeitern aus dem Südsudan, die zwischenzeitlich ebenfalls in Deutschland und Europa gelebt hatten, für die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung.

Nachdem die Unimogs gekauft waren, fragte Arkangelo Modesto seinen Freund Albrecht Kloß, ob dieser nicht die Aufarbeitung der Autos übernehmen könnte. "Wir haben sie so instand gesetzt, dass sie wirklich wieder laufen können", sagt Kloß. Er wird mit seinen Mitstreitern auch dafür sorgen, dass die Autos per Bahn nach Bremerhaven gebracht werden. Von dort aus geht es per Schiff nach Mombasa und weiter auf dem Landweg in den Südsudan.

Dabei werden die Fahrzeuge gut gefüllt sein. An Bord sind Fußballausstattungen, die für junge Kicker im Südsudan gesammelt wurden. An Bord ist aber ebenso Verbandsmaterial, das von Kollegen, mit denen Arkangelo Modesto zusammengearbeitet hat, sowie über den Hautärzteverband Berlin gespendet wurde. Und mit auf die Reise gehen mehr als 10.000 Stifte, die eine Berliner Kirchengemeinde gesammelt hat und an Schulen übergeben werden.

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