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Schloss Quedlinburg: Gemälde kehrt nach Sicherung ins Museum zurück

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 21:09 Uhr
Der Sammlungsleiter der Städtischen Museen Quedlinburg, Jörg Hoffmann, und Restauratorin Heike Billerbeck packen das teilrestaurierte Gemälde «Spielszene im Schlosse zu Quedlinburg» aus. (FOTO: CHRIS WOHLFELD) 
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Das Gemälde «Spielszene im Schlosse zu Quedlinburg» ist nach einer Sicherung durch eine Restauratorin in Braunschweig wieder zurück in Quedlinburg.
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Quedlinburg/MZ. 

Lange wurde es als Tafelrunde bezeichnet, doch es stellt eine Spielszene im Schloss in Quedlinburg dar, sagt Dirk Hoffmann. Der Sammlungsleiter der Städtischen Museen Quedlinburg, hat das Gemälde, entstanden um 1750, jetzt wieder an seinen angestammten Platz im Thronsaal hängen können. Für rund sechs Wochen befand es sich in Braunschweig. Dort hat es die Restauratorin Heike Billerbeck in ihrer Werkstatt gesäubert und gesichert. Unter anderem wurden Fehlstellen retuschiert und sich lösende Farbteile befestigt. Das ganze kostete rund 3 500 Euro.

Die konservierende Arbeit wurde noch dringender, weil das Gemälde ab Juni kommenden Jahres für gut drei Monate an das Landesmuseum für Klosterkultur, Kloster Dalheim Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen, ausgeliehen werden soll. Im bisherigen Zustand war es aber nicht ausleihfähig. Jetzt ist es nicht nur gesichert, sondern auch für einen sichereren Transport eingerichtet worden, mit ausklappbaren Winkelelementen an der Rückseite. Restauratorin Heike Billerbeck hat auch die Stabilität des Gemäldes insgesamt verbessert. Ein verstärkter Rahmen auf der Rückseite sorgt dafür, dass Beschädigungen durch Transport kaum noch möglich sind.

Dirk Hoffmann freut sich, dass dem Gemälde ein besonderer Platz in der Ausstellung "Heiter bis göttlich - Die Kultur des Spiels im Kloster" in Dalheim eingeräumt wird. "Es soll im Mittelpunkt stehen, und damit wird auch Quedlinburg ins Rampenlicht gerückt", sagt er. Das Gemälde "Spielszene auf dem Schlosse zu Quedlinburg" von einem unbekannten Meister ist 1927 von der Stadt Quedlinburg angekauft worden. Der Kunsthändler Carl Schäfer aus München hatte es der Stadt angeboten, welches sich zuvor in privater Hand befand. "Ich habe das Bild aus einer adligen Familie", schrieb der Kunsthändler an die Stadt.

Seit 1929 hängt es im Thronsaal der Repräsentationsräume des Schlosses. Die Szene des Bildes spielt sich in diesem Raum ab, wie auch heute unschwer zu erkennen ist. Damals regierte seit 1718 die 37. Äbtissin des "Kaiserlich freiweltlichen Reichsstifts Quedlinburg": Maria Elisabeth von Holstein-Gottrop (1678 - 1755). "Ihr Platz auf dem Gemälde ist der zentral in der Mitte gelegene thronartige Stuhl", erklärt Sammlungsleiter Hoffmann, der noch weitere interessante Fakten zu dem Gemälde parat hat. So können zu allen Personen auf dem Bild die Namen zugeordnet werden. Auf der Rückseite des Gemäldes waren, auf drei Bögen Papier verteilt, die Namen aufgelistet. Die Bögen werden jetzt separat aufbewahrt. Sie sollen aber zusammen mit dem Gemälde an das Kloster Dalheim für dessen Ausstellung im Juni 2013 ausgeliehen werden. "Die festgehaltene Szenerie gibt uns heute einen Einblick in intime Bereiche des Lebens der Stiftsdamen, der den meisten Zeitgenossen verborgen war", erklärt der Sammlungsleiter. Das Bild wurde unter anderem auch gekauft, da im ehemaligen Gebäude des Damenstifts eine Ausstellung etabliert werden sollte. Mitte der 1920er Jahre verhandelte die Stadt deshalb mit dem preußischen Staat als Verwalter des Schlosses, um ein "Heimatmuseum für das gesamte Ostharzgebiet" einrichten zu können.

Nach dem Ankauf des Gemäldes wird Prof. Selmar Kleemann (1851 -1931), Gymnasialdirektor und erster Museumsleiter, beauftragt, die Namen der Figuren auf dem Bild zu erkunden. Die Schrift auf den drei Papierbögen auf der Rückwand des Gemäldes war zu der Zeit nur noch schwer zu entziffern. Kunstmaler Johannes Spitzmann (1884-1961) wiederum nimmt Ausbesserungen an dem Werk vor, dessen Zustand damals als schlecht angesehen wurde. Die damaligen Arbeiten waren über Jahre die einzigen zum Erhalt des Gemäldes, so dass jetzt dringender Handlungsbedarf, eben auch wegen der Ausleihe nach Dalheim, bestand.

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