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Sauberes Wasser für die Selke

Technik wird erklärt

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke (3. von links) lässt sich die Grubenwasser-Reinigungsanlage erklären. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)

SIPTENFELDE/MZ. -

Nach Abschluss des Probebetriebes der Anlage war dies Anlass genug, dass Sachsen-Anhalts Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt, Petra Wernicke (CDU), sich am Donnerstagnachmittag vor Ort über die Funktion der Anlage informierte. In ihrem Gefolge Vertreter des Landkreises, von Institutionen, Parteien und Kommunen.

"Die Anlage fügt sich harmonisch hier in das Uhlenbachtal ein", zeigte sich die Ministerin begeistert. Sie konnte sich bereits im Vorfeld des Besuches über die moderne Grubenwasserreinigungsanlage, die bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde, und die ökologisch durchgängige Sanierung des Uhlenbaches - des Fluters für die Gruben- und Stollenwässer des Biwender und des Brachmannsberger Stollen - überzeugen. Im Zuge der Errichtung der Anlage wurden nämlich auch umfangreiche Maßnahmen zum Natur- und Landschaftsschutz durchgeführt. Hierzu gehören der Bau einer Fischtreppe von der Selke zum Uhlenbach sowie einer Sohlgleite im Uhlenbach, die naturgerechte Pflege einer Bergwiese und naturschutzspezifische Erlen- und Eschenanpflanzungen. Das Gebäude der Anlage selbst wurde mit einer landschaftstypischen Holzverkleidung und Fledermausbrutplätzen ausgerüstet.

"Durch die neue Grubenwasserreinigungsanlage verringern sich die zu behandelnden Grubenwassermengen, reduziert sich das Volumen des anfallenden Klärschlamms, wird unnötiger Lkw-Verkehr mit Tankfahrzeugen vermieden und nicht zuletzt werden die Betriebskosten reduziert", wie der Geschäftsführer der Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt, Martin Keil, betonte. Betreiber der Anlage, die 870 Kubikmeter Grubenwässer in einer Stunde reinigen und neutralisieren kann, ist die bundeseigene Gesellschaft zur Verwertung und Verwahrung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH (GVV). Damit verfüge die GVV über ein modernes Wasserhaltungs- und Wasserreinigungssystem, das sie im Verbund mit anderen Grubenwasseraufgaben im Ostharz mindestens für die nächsten 20 Jahre betreiben wird. Keil kündigte an, um die Betriebskosten für das Land auf Dauer zu senken, den Automatisierungsprozess im Verbund mit der Grubenwasser-Reinigungsanlage in Elbingerode voranzubringen.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde bis zur Erschöpfung der Lagerstätte im Jahr 1991 im Straßberger Revier das Mineral Flussspat, das vor allem als Flussmittel in der Metallindustrie und zur Gewinnung von Fluor und Fluorwasserstoffsäure benötigt wird, im großen Maßstab abgebaut. Eine sichtbare Folge des Flussspatbergbaus sind die aus den ehemaligen Gruben austretenden, sauren Wässer, die bei einem ungehinderten Zufließen in die Oberflächengewässer das ökologische Gleichgewicht des Uhlenbaches und der Selke beeinträchtigen würden. Mindestens zwei größere Fischsterben in der Selke seien dafür Beleg gewesen, sagte Martin Keil.

Nach Beendigung des Flussspatbergbaus im Jahr 1991 im Straßberger Revier wurden die Aufgaben zur Verwahrung und Nachsorge an die GVV übertragen. Seit 2001 werden diese Aufgaben gemeinsam mit der Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt gelöst.

Zur Verwahrung des ehemaligen Flussspatbergbaubetriebes Straßberg wurde bereits vor mehr als zehn Jahren ein Dreistollensystem zur Grubenwasserhaltung gebaut und im Uhlenbachtal eine provisorische Reinigungsanlage errichtet, wie GVV-Werksleiter Gerd Herrmann berichtete. In der neuen Anlage werde in einem Belüftungsbecken das sauerstoffarme eisen-II-haltige Wasser in eisen-III-haltiges oxidiert. Zuvor wird durch Zusatz von Kalkmilch das saure Wasser neutralisiert. Der Klärschlamm werde zum Füllen der Bohrlöcher eingesetzt. Das aufbereitete Wasser fließt über den Uhlenbach in die Selke.


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