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Lyonel-Feininger-Galerie: Quedlinburger in diesem Jahr auf Holzschnitte fixiert

Uhr | Aktualisiert 15.01.2013 21:43 Uhr
«Gelbe Kirche III», im Herbst von Förderverein für die Lyonel-Feininger-Galerie erworben, wird zur Holzschnitt-Ausstellung ab 8. September gezeigt. (FOTO: CHRIS WOHLFELD) 
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Die Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg wartet in diesem Jahr mit zwei recht spektakulären Sonderausstellungen auf.
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Quedlinburg/MZ. 

Ab 2. Juni wird die Zusammenarbeit mit der Sammlung Städtisches Kunstmuseum Spendhaus in Reutlingen fortgesetzt und ab 8. September das Holzschnittwerk Lyonel Feiningers in seinen Facetten erstmals in dieser Breite vorgestellt.

Die Ausstellung "Von Georg Baselitz bis Daniel Richter. Der zeitgenössische Holzschnitt seit 1960" vereint ab 2. Juni Werke namhafte Künstler aus Ost und West. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Jahren nach 1990. Gezeigt werden rund 80 Holzschnitte und Hochdrucke von 35 Künstlern. Dank der "hochkarätigen Sammlung des Städtischen Kunstmuseums Spendhaus, das erst jüngst von der Kunstzeitschrift ,art‘ mit dem Prädikat ,Mekka des Holzschnittes‘ geadelt wurde", wie der Quedlinburger Galerie-Leiter Björn Egging hervorhebt, kann die Ausstellung eine repräsentative Auswahl bieten.

Der Besucher der Ausstellung wird wahrscheinlich erstaunt sein, welche großformatigen Werke mit dieser Technik entstanden sind. So sind in der Exposition Arbeiten von 150 mal 120 Zentimeter zu bewundern. Werke von HAP Grieshaber als Wegbereiter des Holzschnitts in der Nachkriegszeit stehen am Anfang der Schau. Mit Georg Baselitz und AR Penck sind Vertreter aus beiden Teilen Deutschlands vertreten, die in den 1960er Jahren einen expressiven Realismus entwickelten, wie der Galerie-Leiter anmerkt.

Er verweist darauf, dass in den 1970er Jahren im Westen Deutschlands der Holzschnitt eher selten angewendet wurde, während dies in der ehemaligen DDR anders war. Die figürlich-expressionistischen Tradition wurde von Gerhard Altenbourg, Wolfgang Mattheuer, Carsten Nicolai und anderen fortgesetzt. Seit den 1990er Jahren erlebte der Holzschnitt dann wieder einen Auftrieb, unter anderen durch Jörg Immendorff, Daniel Richter und Jonathan Meese.

Zu der Ausstellung mit Werken des Spendhauses plant die Galerie auch ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Künstlergesprächen und Workshops. Und zur Exposition wird der aktuelle Sammlungskatalog des Spendhauses in Reutlingen angeboten.

Ganz auf Feininger ist dann der Herbst abgestellt. Die Galerie verwirklicht ab 8. September ihr lange vorbereitetes Ausstellungsprojekt unter dem Titel "Auf dem Weg zum Bauhauskünstler. Lyonel Feininger und sein Holzschnittwerk". Zur Vorbereitung des Projekts fand im Oktober vergangenen Jahres eine Tagung in der Galerie zum druckgrafischen Werk Lyonel Feiningers statt. Die Ausstellung zum Holzschnittwerk soll von einem repräsentativen Katalog begleitet werden, der auch eine Würdigung der Sammlung Klumpp sein wird, wie der Galerie-Leiter betont. Er hofft, dass "es ein Standardwerk wird". Unterstützung erfährt die Galerie für diese Ausstellung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Lotto-Toto-Gesellschaft.

Neben den Arbeiten, die zur Sammlung Klumpp gehören, ist ein breites Spektrum an Leihgaben angefragt und realisiert worden. Dazu gehören auch Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, welche die Wechselwirkungen der künstlerischen Techniken bei Feininger zeigen.

Das Holzschnittwerk von Lyonel Feininger umfasst etwa 320 Arbeiten, die vor allem von 1918 bis 1920, also innerhalb von drei Jahren, entstanden sind. Die Quedlinburger Sammlung umfasst etwa 700 Einzelblätter, darunter bis auf wenige Ausnahmen alle Holzschnitte, die vor 1937 entstanden sind. "Äußerst seltene Probe- und Zustandsdrucke, manche davon auf farbigem Papieren, machen die Sammlung Klumpp einzigartig und bieten eine einmalige Voraussetzung für eine gründliche Untersuchung der Holzschnitte Feiningers, die von der Forschung bislang nur am Rande in den Blick genommen worden sind", hebt Björn Egging hervor. Zu den bis 6. Januar 2014 ausgestellten Werken wird auch das erst im Herbst vergangenen Jahres durch den Förderverein der Galerie ersteigerte Werk "Gelbe Dorfkirche III" von Lyonel Feininger gehören.

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