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Harz: Geschichte auf 70 mal 40

Vorstellung des Diorama

Heiko Schütz, Arnfried Müller, Michael und Cornelia Nett sowie Ingrid Nuyken (v.li.) mit dem Diorama. (FOTO: HOLGER HADINGA)

strassberg/MZ. -

Das Diorama ist etwa 70 mal 40 Zentimeter groß. Zu sehen sind rund 40 Bergmänner aus Zinn bei ihrer knochenharten Arbeit. Sie graben sich zum Beispiel in den Stollen oder führen einen Wagen, der von einem Pferd gezogen wird. Auch die Landschaft über Tage ist eindrucksvoll dargestellt.

Dieses Diorama ist eine Dauerleihgabe von Ingrid Nuyken, Jahrgang 1940, aus dem nordrhein-westfälischen Minden. Die heutige Rentnerin war einst als Lehrerin tätig. In ihrer Kindheit faszinierte sie die elektrische Eisenbahn mit den auf der Platte nachgebildeten Landschaften und Figuren. "Leider gehörte die Eisenbahn meinem Bruder", sagte Nuyken, die nach Straßberg kam, um die Leihgabe persönlich zu bringen. "Als ich dann im Kulmbach im Zinnfiguren-Museum war, sprang der Funke endgültig über."

Insgesamt hat die Mindenerin schätzungsweise 50 Dioramen hergestellt. "Ich habe für alle Themen Interesse, außer Militärisches", betonte sie ihr Hobby. An dem Bergwerk-Diorama hat Ingrid Nuyken rund drei Monate gearbeitet. Die Schichten bestehen aus Styropor. "Sie mussten immer wieder aufgelegt und angeschnitten werden. Das war sehr aufwendig", erzählt sie über die Entstehung ihrer Werke. Ebenso wurde Holz und zum Bemalen Ölfarbe verwendet. "Denn Acrylfarbe trocknet immer so schnell", weiß sie aus Erfahrung.

Über das Diorama freuten sich am Tag der Übergabe vor allem die Museums-Betriebsleiterin Cornelia Nett, Arnfried Müller, der mit Besuchern auf Führungen geht, sowie vom Montan-Verein der Vorsitzende Heiko Schütz und Vorstandsmitglied Michael Nett. Der Straßberger Montan-Verein unterstützt das Bergwerksmuseum.

"Wir sind stolz darauf, dass wir hier für das Werk von Frau Nuyken einen würdigen Platz gefunden haben", freute sich Cornelia Nett über die Dauerleihgabe. Organisiert hatte die Dauerleihgabe Arnfried Müller, der die Mindenerin vor rund 20 Jahren auf einer Ausstellung kennen gelernt hat. "Ihre Werke haben eine hohe Qualität. Es ist viel Filigranarbeit nötig", sagte er. Doch Ingrid Nuyken brachte noch ein Geschenk aus Minden für die Grube Glasebach mit: das so genannte Agricola-Buch. Der erste Druck stammt aus dem Jahre 1557 und beschreibt den Bergbau der damaligen mittelalterlichen Zeit. Der überreichte Nachdruck aus von 1985 erfolgte in einer Leipziger Druckerei.

Die Grube Glasebach in Straßberg hat von April bis Oktober Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.


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