Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Bühne 7 in Quedlinburg: Neue Chance fürs Quartier 7

Benedikt Schörnig, Rolf Berg und Markus Bölling (v.l.) bei den Proben zu „Butterbrot“.

Benedikt Schörnig, Rolf Berg und Markus Bölling (v.l.) bei den Proben zu „Butterbrot“.

Foto:

Chris Wohlfeld

Quedlinburg -

Er sei „die Antwort Europas auf Woody Allen“, schrieb der „Cosmopolitan“ über den österreichischen Schriftsteller Gabriel Barilly. Dessen Theaterstück „Butterbrot“ bringen die Schauspieler Rolf Berg, Markus Bölling und Benedikt Schörnig als szenische Lesung mit geballtem komödiantischem Talent auf die „Bühne7“ in der Quedlinburger Marktstraße 7. Wer Spaß an Wortwitz und Situationskomik hat, der sollte sich den 12. Februar vormerken, dann wird „Butterbrot“ um 20 Uhr aufgeführt.

Es sei witzig und „eine wunderschöne Geschichte von drei Männern, die sich über Beziehungen unterhalten - und versuchen, sie zu vermeiden“, sagt Bölling. Er übernimmt die Rolle des Träumers, Benedikt Schörnig die des Planers: „Er ist ein Schuhverkäufer, der von seiner Frau rausgeschmissen wurde. Er interpretiert das allerdings mit ’Ich bin frei’!“ „Zusammen genommen geht es um den Mann an sich“, erklärt Bölling.

Lesungen und Jazzkonzerte

Mit szenischen Lesungen und Jazzkonzerten wollen die Künstler das Quartier 7 als alternative Spielstätte in Quedlinburg wiederbeleben. Bisherige Versuche waren gescheitert, aber Bölling gehört zu den Unentwegten, die dort immer wieder einen neuen Anlauf wagen. Vor einiger Zeit mit der Künstlervereinigung Qlawatsch, die es mittlerweile nicht mehr gibt: „Qlawatsch haben wir aufgelöst, weil unser Ziel, die Bühne so zu bespielen, dass wir damit ein Einkommen haben, nicht erfüllen konnten. Das hat die Menge an Publikum nicht hergegeben.“

Nun also ein neuer Versuch, „weil ich den Ort mag“, sagt er. „Vielleicht brauchen wir auch einen größeren Radius.“ Der Zuspruch sei sehr unterschiedlich, erzählt Schörnig von seinen Erfahrungen. „Wir haben einfach Lust, diesen Ort zu beleben.“ Berg stimmt ihm zu: „Es ist ein Lustprojekt. Geld verdienen wir auf anderen Baustellen.“ Der Schauspieler kommt seit Jahren immer wieder gern nach Quedlinburg, hat hier des öfteren Lesungen veranstaltet. Er ist aus dem Fernsehen bekannt, spielt aber lieber Theater: „Die Nähe zum Publikum macht Spaß. Und die Größe der ’Bühne 7’ ist ideal.“

Nun gehört er mit Bölling und Schörnig zum dreiköpfigen Organisationskomitee, das für die Veranstaltungsreihe im Quartier 7 verantwortlich ist.

Szenische Lesungen, vielleicht auch mal eine Inszenierung oder ein fertiges Programm und regelmäßig Jazz stehen auf dem Programm, das zweimal monatlich Musik, zweimal monatlich Theater vorsieht. So ist es geplant, in diesem Monat soll es losgehen auf der Kleinkunstbühne im Quartier 7.

„Butterbrot“ ist der Auftakt der literarischen Reihe, an der auch andere als die drei Schauspieler beteiligt sein werden, sagen sie. Auf dem Programm stehen auch nicht nur Theaterstücke. Als nächstes wird es einen Jörg-Fauser-Abend als szenische Lesung geben: „Interview und lyrische Texte wechseln sich ab und zeichnen so eine Skizze des 1987 verstorbenen Journalisten, Nachtwächters und Redakteurs, der an seinem 43. Geburtstag von einem Lkw überfahren wurde, nachdem er es endlich geschafft hatte, gelesen zu werden“, sagt Bölling.

Für den Jazz sorgt unter anderem Axel Fischbacher. Auch er ist in Quedlinburg kein Unbekannter; Berg kennt den Musiker seit der Schulzeit, hat mit ihm in einer Band gespielt und will ihn regelmäßig in die Welterbestadt holen. (mz)


Das Wetter in Quedlinburg: präsentiert:

Bilder