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Bauhof Quedlinburg: Ein Container Müll im Monat

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Volker Mund (l.) und Detlef Kroschwitz bei der Arbeit  (BILD: Chris Wohlfeld)
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Zwei Mitarbeiter des Bauhofes helfen, illegale Müllablagerungen in der Quedlinburger Feldflur aufzuspüren. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, Gespräche zu Ordnung und Sauberkeit zu führen und anderen Menschen dazu Hinweise zu geben.
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Quedlinburg/MZ

Mit Name und Hausnummer gibt es zwar selten, passiert aber doch immer wieder. In der Quedlinburger Feldflur, am Lehofsweg am nördlichen Rand der Stadt, liegen mehrere Säcke - eine illegale Müllablagerung. Ein Sack ist aufgerissen und das Besondere kommt zum Vorschein: Kontoauszüge, Lohnsteuerkarte und noch mehr: Name und Wohnort sind aufgedruckt. So leicht machen es potenzielle Umweltfrevler den Mitarbeitern des Bauhofs aber selten. So kann die Angelegenheit gleich an die zuständigen Stellen des Landkreises und der Polizei gemeldet werden.

Den Müllfund machten Volker Mund und Detlef Kroschwitz. Sie sind seit Mitte Juni für ein Jahr beim Bauhof der Stadt Quedlinburg beschäftigt. Das Projekt, in dem sie mitarbeiten, fördert die Kommunale Beschäftigungsagentur Jobcenter Harz (KoBa). Die Männer (56) sind von Montag bis Freitag in der Feldflur der Stadt unterwegs, mal mit dem Auto, mal mit dem Fahrrad, um überall hingelangen zu können. Sie spüren illegale Müllablagerungen auf, kontrollieren den Zustand von Warttürmen, Rastplätzen und Bäumen und geben auch Hinweise, damit Jugendliche ihren Müll nicht liegen oder Hundebesitzer ihr Tier nicht unbeaufsichtigt herumlaufen lassen.

„Sie sind uns eine große Hilfe. Wir könnten nicht jede Woche einmal die Runde um Quedlinburg drehen, um auf Ordnung und Sauberkeit zu achten“, gesteht Kai Wiebensohn, der für das Stadtgrün verantwortliche Mitarbeiter im Bauhof. Die Mengen an Unrat geben ihm recht, zeigen, dass hier etwas für ein positives Erscheinungsbild der Stadt getan wird, wie es Touristen erwarten. Ein Schwerpunkt sind denn auch der Brühl und der Abteigarten. Bei Müll, der schnell beseitigt werden kann, greifen die beiden Männer schon mal selbst zu, bei größeren Mengen informieren sie den Bauhof oder bei gravierenden Sachen auch die Polizei. Jede Woche sind es meist zwei größere Müllablagerungen, die sie aufspüren und die abtransportiert werden müssen.

„Überall dort, wo sich Leute unbeobachtet fühlen und vor allem, wo sie mit dem Fahrzeug hingelangen können, sind größere illegale Ablagerungen zu beobachten. Das sind zum Beispiel der Bereich Lehof und das Gewerbegebiet Groß Orden“, weiß Volker Mund, der bereits einmal an einem solchen Projekt der KoBa mitwirkte: „Dies zeigt, dass die Maßnahme notwendig ist, sonst würde es an vielen Stellen schlimm aussehen.“

Beim Bauhof steht ein Container mit einem Fassungsvermögen von zehn Kubikmeter bereit. In ihm werden die illegalen Ablagerungen, die im Außenbereich gefunden werden, gesammelt. „Einmal im Monat kommt der Entsorger des Landkreises und holt den dann vollen Container ab“, erklärt Kai Wiebensohn.

Der illegale Müll wird vorher getrennt. Fernseher, Kühlschränke und andere illegal entsorgten elektrischen Geräte finden sich auch immer wieder in der Landschaft und werden im Bauhof zum separaten Abtransport aussortiert. Dazu kommen Autoreifen, im Monat 40 bis 50 Stück. Zudem sind Gelbe Säcke keine Seltenheit. Obwohl die Säcke vor die Tür gestellt werden können und abgeholt werden, stoßen die Mitarbeiter immer wieder darauf, wie auf Geräte, die in Wertstoffhöfen angenommen werden.

Das einzige, was es so gut wie nicht mehr gibt, sind illegal abgestellte Schrottautos. „Wenn mal ein Auto gefunden wird, dann war es gestohlen. Manchmal ist es auch abgefackelt worden“, denkt der Grünverantwortliche zurück an den Anfang der 1990er Jahre. Damals seien wöchentlich irgendwelche Schrottautos in der Feldflur zurückgelassen worden.

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