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Ballenstedt: Schock am Feldrand bei Transall-Landung

Uhr | Aktualisiert 19.10.2012 10:23 Uhr
Der Landeanflug der Maschine wäre fast zu einer Katastrophe geworden. Der Pilot setzte mit der Transall kur vor der Straßenböschung auf, was zur Folge hatte, dass das Flugzeug einen gewaltigen Sprung machte. Dass sie nicht zerbrochen ist, gleicht an ein Wunder. (FOTO: CHRIS WOHLFELD) 
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Eine ausgemusterte Transall setzt in Ballenstedt zu früh und zu nah an Zuschauern auf. Die hätten dort gar nicht stehen dürfen.
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Ballenstedt/MZ. 

Es hätte eine Katastrophe, ein zweites Ramstein werden können. Zwei unglückliche Umstände treffen am Dienstag aufeinander: Als die ausgemusterte Transall um 11.07 Uhr auf dem Flugplatz in Ballenstedt landet, setzt das 30 Tonnen schwere Flugzeug viel zu früh auf - etwa 30 Meter vor der Rollbahn, noch jenseits der Kreisstraße 1362 nach Badeborn. Zu dieser Zeit halten sich aber zahlreiche Schaulustige auf der Straße auf - die eigentlich komplett gesperrt sein müsste. Über einige von ihnen rasen die 20 Meter langen Tragflächen hinweg.

Was wäre passiert, wenn sich das Flugzeug überschlagen hätte? Was, wenn es nicht nur zu früh, sondern auch zu weit rechts - dort, wo die Zuschauer standen - aufgesetzt hätte? Doch die Katastrophe bleibt zum Glück aus. Das Flugzeug macht einen Hopser und kommt wohlbehalten auf der Landebahn auf.

"Unser Experte sagt, dass die Straße etwa 75 Zentimeter höher liegt als die Landebahn - das sei aus der Luft aber nicht zu erkennen", berichtet Gabriele Städter, Sprecherin des Landesverwaltungsamts in Halle, der MZ. Das sei der Grund für das zu frühe Aufsetzen des Flugzeugs, sagt sie. Das Landesverwaltungsamt hat der Bundeswehr den Flug vom Lufttransportgeschwader Penzing in Bayern nach Ballenstedt genehmigt. "Unsere Auflage war aber, dass die Straße nach Badeborn durch die Polizei für jeglichen Verkehr gesperrt wird", sagt Städter. Das jedoch stellte sich anders dar: Autos parkten an der Straße, und Schaulustige standen auf der Fahrbahn.

War tatsächlich der Höhenunterschied zwischen Straße und Rollbahn der Grund für die missglückte Landung? "Wir sind dabei, diese Frage aufzuarbeiten", sagt Kai Gudenoge, Sprecher der Luftwaffe in Köln-Wahn, auf Anfrage. "Das Problem mit der erhöhten Straße gibt es. Dass es der eigentliche Grund ist, kann ich nicht bestätigen", sagt der Oberstleutnant. Die Luftwaffe nehme den Vorfall sehr ernst. "Uns steckt der Schock noch in den Gliedern", sagt Gudenoge. Das Problem sei nicht die Maschine - "Wenn die Transall auf den Boden knallt, räuspert sie sich kurz und landet dann" - sondern die unzureichende Absperrung. "Wir hatten vom Flughafenbetreiber die Zusage, dass die Straße frei ist", sagt Gudenoge. Uwe Gröschler, der Geschäftsführer der Flugplatzbetreibergesellschaft, will dazu nicht viel sagen: "Wir hatten eine Absprache mit der Polizei." Die Polizeidirektion Nord teilt mit, dass die Straße von den eingesetzten elf Beamten "weiträumig für den Straßenverkehr gesperrt" worden sei. "Vor der Landung wurden die Zuschauer von der Polizei aus dem mit dem Flughafenbetreiber abgestimmten Sperrbereich verwiesen", so Sprecherin Beatrix Mertens. "Alle Personen kamen dieser Aufforderung uneingeschränkt nach. Während des Landeanfluges liefen etwa fünf Schaulustige in den abgesperrten Bereich", so Mertens. "Warnende Rufe und Zeichen der Polizei" hätten sie missachtet. Da sie ausreichend vom Rumpf der Transall entfernt gewesen seien, so Mertens, habe aber keine "konkrete Gefahr" für sie bestanden. "Gleichwohl waren weitere, hinzukommende Gefahrenmomente nicht auszuschließen", räumt die Behördensprecherin ein.

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