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Weihnachtsansprache: Bundespräsident Gauck fordert Solidarität ein

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 21:55 Uhr
Der Bundespräsident bei seiner Weihnachtsansprache. (FOTO: DAPD) 
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Bundespräsident Joachim Gauck hat an die Tatkraft der Politiker und das Engagement der Bürger appelliert, um Deutschland zu einem solidarischen Land zu machen. "Deutschland hat die Krise bisher gut gemeistert", sagte er in seiner ersten Weihnachtsansprache als Staatsoberhaupt.
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Berlin/MZ. 

Bundespräsident Joachim Gauck hat an die Tatkraft der Politiker und das Engagement der Bürger appelliert, um Deutschland zu einem solidarischen Land zu machen. "Deutschland hat die Krise bisher gut gemeistert", sagte er in seiner ersten Weihnachtsansprache als Staatsoberhaupt, die für diesen Anlass ungewöhnlich politisch ausfiel. Verglichen mit anderen Europäern gehe es den meisten Bürgern hierzulande "wirtschaftlich gut, ja sogar sehr gut".

Aber es seien dennoch viele Menschen verunsichert, sagte Gauck laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript in der Ansprache, die am Abend des ersten Weihnachtstages in Rundfunk und Fernsehen ausgestrahlt wird: "Sie sind verunsichert angesichts eines Lebens, das schneller, unübersichtlicher, instabiler geworden ist. Die Schere zwischen arm und reich geht auseinander, der Klimawandel erfordert ebenso neue Antworten wie eine alternde Gesellschaft."

Sorge bereite zudem die Gewalt in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, "wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben". Der Bundespräsident hob auch mit Blick auf die Debatten über die Asylpolitik hervor: "Ja - wir wollen ein solidarisches Land. Ein Land, das den Jungen Wege in ein gutes Leben eröffnet und den Alten Raum in unserer Mitte belässt. Ein Land, das jene, die seit Generationen hier leben, mit jenen verbindet, die sich erst vor kurzem hier beheimatet haben." Deutschland werde zwar nie alle Flüchtlinge aufnehmen können, die kommen wollten. "Aber Verfolgten wollen wir mit offenem Herzen Asyl gewähren und wohlwollend Zuwanderern begegnen, die unser Land braucht."

Der Bundespräsident betonte: "Angesichts all dessen brauchen wir nicht nur tatkräftige Politiker, sondern auch engagierte Bürger." Weihnachten sei nicht nur für Christen Anlass zur Rückbesinnung. "Auch für Muslime, Juden, Menschen anderen Glaubens und Atheisten ist es ein Fest des Innehaltens, ein Fest der Verwandten und Wahlverwandten, ein Fest, das verbindet, wenn Menschen sich besuchen und beschenken - mit schönen Dingen, vor allem jedoch mit Zuwendung", sagte Gauck.

Der Bundespräsident würdigte erneut auch den Einsatz deutscher Soldaten und Zivilhelfer in Afghanistan. Seine Reise in das Land am Hindukusch habe ihm kürzlich vor Augen geführt, wie kostbar der Frieden sei, der seit über 60 Jahren in Europa herrsche. Gauck: "Gesichert hat ihn die europäische Idee. Zu Recht hat die Europäische Union den Friedensnobelpreis erhalten." Jetzt gehe es aber in Europa um die Frage, ob der politische Wille alles das werde zusammenhalten können, was ökonomisch und kulturell so unterschiedlich sei.

Gauck kehrte mit seiner Fernsehansprache zu der alten Form früherer Präsidenten zurück. Er wandte sich allein, neben einer brennenden Kerze stehend, ans Publikum. Sein zurückgetretener Vorgänger Christian Wulff hatte im vergangenen Jahr verdiente Bürger und zahlreiche Kinder zur Aufzeichnung ins Schloss Bellevue eingeladen. Das sollte die Szenerie auflockern und mehr Bürgernähe demonstrieren.

Die Ansprache des Bundespräsidenten: 25. Dezember 20.10 Uhr, ARD

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