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USA: Santorum bereitet Romney eine Schlappe

Uhr | Aktualisiert 08.02.2012 19:48 Uhr
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Rick Santorum

Rick Santorum spricht in Blaine, Minnesota. (FOTO: DPA)

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Mitt Romney, der nach seinen Vorwahlsiegen in Florida und Nevada bereits auf dem direkten Weg zur Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat zu sein schien, hat einen Rückschlag erlitten.
WASHINGTON/MZ. 

Bei drei Abstimmungen unterlag er überraschend Rick Santorum, dem bei religiösen Rechten populäre Ex-Senator aus Pennsylvania. Mit 55 Prozent im Vergleich zu Romneys 25 Prozent war dessen Sieg in Missouri besonders deutlich. In Minnesota lag das Ergebnis bei 45 zu 17 Prozent. Dort landete Romney nur auf Platz drei. Santorum schlug den Ex-Gouverneur von Massachusetts sogar in Colorado mit 40 zu 35 Prozent, wo Romney eigentlich als klarer Favorit galt.

Zielgruppe vernachlässigte Staaten

Santorum hatte bisher nur in Iowa Anfang des Jahres äußerst knapp gewonnen und war ansonsten im Schatten anderer Konkurrenten wie dem ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich geblieben. Im amerikanischen Westen zahlte sich jedoch seine Strategie aus, auf einige von seinen Mitbewerbern vernachlässigte Staaten zu setzen. "Ich stehe nicht hier, um mich als konservative Alternative zu Mitt Romney zu etablieren - ich stehe hier, um die konservative Alternative zu Barack Obama zu sein", sagte Santorum am Wahlabend selbstbewusst. Er spielte damit auch auf die Auseinandersetzung zwischen Romney und Gingrich an, die zum Protestvotum vieler Wähler beigetragen hatte. Dessen praktische Folgen sind begrenzt. In Missouri hat das Ergebnis keinen Einfluss auf die Delegiertenzahl beim Nominierungsparteitag im Sommer. In Colorado und Minnesota sind die Resultate nur Empfehlungen.

Bisher lag Santorum bei der Zahl der Delegierten unter den vier verbliebenen Bewerbern abgeschlagen auf dem letzten Platz. Santorum profitierte von einer hohen Zahl religiös-konservativer Wähler. Die drei Staaten setzten alle auf Wahlversammlungen, zu denen man persönlich erscheinen muss, und nicht auf eine konventionelle Wahl. Dies sorgte für eine relativ niedrige Wahlbeteiligung, bei der ideologisch überzeugte Parteigänger den Ausschlag gaben.

Stolpern gehört zum Wahlkampf

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Favorit auf dem Weg zur Nominierung in einigen Staaten stolpert. Dennoch zeigen die Resultate, dass der vom Establishment seiner Partei unterstützte Romney weiterhin große Probleme mit dem mächtigen konservativen Flügel der republikanischen Basis hat.

Dennoch hat Romney immer noch strategische Vorteile. Dazu gehören nicht nur seine überlegene Organisation und seine fast unerschöpflichen Finanzmittel, die Anfang März, beim so genannten "Super-Dienstag" in zehn Bundesstaaten zum Tragen kommen werden. Hilfreich für Romney ist die Tatsache, dass mit Gingrich und Santorum zwei Kandidaten die Stimmen der Konservativen aufteilen. Santorums deutlicher Sieg in Missouri kam auch deshalb zustande, weil Gingrich dort nicht antrat. Doch bei den nächsten Abstimmungen Ende Februar in Arizona und Michigan steht Romney nun massiv unter Druck.

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