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USA: Rick Santorum gibt seine Kandidatur auf

Uhr | Aktualisiert 11.04.2012 08:36 Uhr
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Rick Santorum

Möglicherweise hat Santorums Rückzug auch mit seiner Familie zu tun: Sein jüngstes Kind leidet unter einem seltenen genetischen Defekt und war am Wochenende in eine Klinik gebracht worden. (FOTO: DPA)

Der Weg für den Republikaner Mitt Romney als Herausforderer von Barack Obama bei der US-Präsidentenwahl im November scheint frei. Romneys schärfster Rivale, der erzkonservative Rick Santorum, stieg am Dienstag aus dem Rennen um die Kandidatur aus.
Washington/rtr. 

Der frühere Senator für Pennsylvania kündigte in Gettysburg die Aussetzung seiner Kampagne an, ohne zunächst Gründe dafür zu nennen. Der streng gläubige Katholik und entschiedene Gegner von Abtreibungen sagte zudem nicht, ob er Romney oder die verbliebenen, aber deutlich abgeschlagenen Bewerber Ron Paul oder Newt Gingrich unterstützen wird.

Santorum lag im bisherigen Vorwahlkampf an zweiter Stelle und war mit erzkonservativen Thesen zum überraschenden Shooting-Star und aussichtsreichsten Herausforderer des Multimillionärs Romney aufgestiegen. Bei Gering- und Normalverdienern, Menschen ohne höheren Bildungsabschluss, der einflussreichen Tea-Party-Bewegung und den Anhängern der Republikaner, die sich als Evangelikale und wiedergeborene Christen bezeichnen, kam der Vater von sieben Kindern gut an. Obwohl Romney vier Mal mehr Geld in den Wahlkampf in Ohio steckte, konnte Santorum überraschend lange mithalten. Er schaffte es aber nicht, sich die Unterstützung über seine Kernklientel hinaus zu sichern.

Möglicherweise hat Santorums Rückzug auch mit seiner Familie zu tun: Sein jüngstes Kind leidet unter einem seltenen genetischen Defekt und war am Wochenende in eine Klinik gebracht worden.

Nach der bitteren Dreifach-Niederlage im Vorwahlkampf in Wisconsin, Maryland und der Hauptstadt Washington hatten sich die Hoffungen lange auf Santorums Heimatstaat Pennsylvania gerichtet. Dort sollte am 24. April der entscheidende Showdown in dem seit Anfang des Jahres laufenden Abstimmungsmarathon anstehen. Doch in Umfragen hatte Santorum seinen einst komfortablen Vorsprung bereits abgeben müssen. Am 24. April wird in fünf Staaten im Nordosten der USA abgestimmt, darunter New York und Connecticut.

Romney kommt nach Hochrechnungen von US-Medien bereits auf 640 Delegiertenstimmen der Republikaner. Das sind mehr als die Hälfte der 1144, die der ehemalige Gouverneur von Massachusetts für die offizielle Kandidatenkür auf dem Nominierungsparteitag Ende August benötigt. Die Präsidentschaftswahl ist am 6. November.

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