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USA: Republikanern droht eine Spaltung

Uhr | Aktualisiert 14.03.2012 08:27 Uhr
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Romney

Der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, mit seiner Frau Ann. (FOTO: DPA)

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In Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner stimmen die Wahlberechtigten am Dienstag in gleich zehn US-Staaten über ihren Favoriten ab.
Washington/MZ. 

Die Vorwahlen zur Kür des republikanischen Herausforderers von US-Präsident Barack Obama werden zu einem quälend-lähmenden Wettbewerb. Zwar hat der Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, Mitt Romney, am „Super Tuesday“ (Super Dienstag) die entscheidende Vorwahl im Bundesstaat Ohio gewonnen. Doch seine beiden wichtigsten innerparteilichen Rivalen Rick Santorum und Newt Gingrich wollen vorerst nicht aufgeben. Romney konnte neben Ohio fünf weitere Bundesstaaten gewinnen. Der erzkonservative Santorum setzte sich aber in drei wichtigen Südstaaten durch. Auch der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, hält an seiner Kandidatur fest, ebenso wie der Radikalliberale Ron Paul.

Den Republikanern droht damit eine innerparteiliche Spaltung zwischen moderaten Romney-Anhängern und einem rückwärts gewandten Santorum-Gingrich-Flügel. Es zeigt sich ein tiefer Riss in der Wählerschaft. Romney, ein schwerreicher Manager, erhielt in Ohio vor allem die Stimmen in städtischen Zentren. Auf dem Land dagegen verfing die Strategie Santorums, sich als Anwalt der weißen Arbeiterschaft zu gerieren.

Die quälende Vorwahl schreckt auch das Parteiestablishment. Barbara Bush, die immer noch einflussreiche Ehefrau des früheren Präsidenten George Bush, klagte bereits über den „schlimmsten Wahlkampf, den ich in meinem Leben je erlebt habe“. Kompromiss, so die Mutter von Ex-Präsident George W. Bush, sei mittlerweile „ein schmutziges Wort“ geworden. Der heftige Kampf zwischen Romney und Santorum, die sich in TV-Werbespots erbittert bekämpft haben, dürfte sich trotz dieser Mahnung noch lange hinziehen. In der kommenden Woche etwa sind Vorwahlen in den Südstaaten Alabama und Mississippi. In diesen Südstaaten leben viele evangelikale Christen und Anhänger der Tea-Party-Bewegung, die sich bislang aus ideologischen und religiösen Gründen zieren, sich hinter dem Mormonen Romney zu versammeln. Das wiederum macht weitere Erfolge des tiefgläubigen Katholiken Santorum wahrscheinlich.

Inzwischen wird nicht mehr ausgeschlossen, dass die US-Republikaner erst auf dem offiziellen Nominierungsparteitag Ende August über einen Kandidaten entscheiden müssen, sollte bis dahin keiner der Bewerber die notwendigen 1 144 Delegiertenstimmen für sich reklamieren können. Zuletzt war das 1976 im Zweikampf zwischen Gerald Ford und Ronald Reagan der Fall. Nach einer Rechnung der Washington Post führt Romney derzeit mit 415 Delegiertenstimmen vor Santorum (176), Gingrich (105) und Ron Paul (47). Die US-Demokraten von Präsident Barack Obama ließen bereits ihre Genugtuung über den zähen Wahlkampf der Gegner erkennen. Je länger sich das Rennen hinzieht, desto höher sind die Chancen Obamas auf eine Wiederwahl. Das Kalkül: Romney müsste als Herausforderer programmatisch deutlich nach rechts rücken, um Santorums Anhänger für sich zu gewinnen. Sollte aber der stark polarisierende Santorum der Kandidat der Republikaner werden, wäre das aus Sicht der Demokraten noch besser.

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