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US-Wahlen 2012: Newt Gingrich

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Gingrich

Newt Gingrich im Wahlkampf in South Carolina. (FOTO: DPA)

Newton Leroy „Newt“ Gingrich ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikaner und ein ehemaliger Lobbyist.
Halle (Saale)/MZ. 

Von 1979 bis 1999 war er für seine Partei Kongressabgeordneter des Bundesstaates Georgia und von 1995 bis 1999 auch Sprecher des Repräsentantenhauses.

Gingrich veröffentlichte als Autor bzw. Co-Autor bisher 23 Bücher, von welchen 13 zeitweise in der Bestsellerliste der New York Times (NYT) vertreten waren.

Gingrich nimmt an den Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahlen 2012 teil.

Jugend und Ausbildung

Gingrich wurde am 17. Juni 1943 geboren als Sohn des 19-jährigen Newton Searles McPherson und der 16-jährigen Kathleen Daugherty, die im September 1942 geheiratet hatten. Bis sie später Robert Gingrich heiratete, zog seine Mutter ihn alleine auf. Robert Gingrich adoptierte seinen Stiefsohn später und gab seinen Namen an ihn weiter. Als Newt Gingrich bereits volljährig war, hatten Robert und Kathleen Gingrich eine gemeinsame Tochter, seine Halbschwester Candace Gingrich, die heute eine Aktivistin der US-amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung ist. Als Kind einer Militärfamilie zog Newt Gingrich oftmals um und besuchte Schulen verschiedener Militäreinrichtungen.

Nach seinem Schulabschluss an der Baker High School in Columbus 1961 besuchte Gingrich die Emory University in Atlanta, von der er 1965 einen B.A. erhielt. Sein Studium an der Tulane University in New Orleans schloss er 1968 mit einem Mastertitel und 1971 mit einem Ph.D. in Moderner Europäischer Geschichte ab (Belgian Education Policy in the Congo: 1945–1960).

Beruflicher Werdegang

Von 1970 bis 1978 unterrichtete Gingrich Geschichte an der University of West Georgia in Carrollton. 1993 erteilte er einen Kurs über die „Erneuerung der amerikanischen Zivilisation“ an der Kennesaw State University.

1974 und 1976 kandidierte Gingrich erfolglos um das Mandat im US-Repräsentantenhaus für den sechsten Wahlbezirk von Georgia, der sich von den südlichen Vororten von Atlanta bis zur Grenze mit Alabama erstreckte. Beide Male verlor er gegen den Amtsinhaber, den Demokraten John James Flynt.

1978 ließ sich Flynt nicht mehr als Kandidat aufstellen, und Gingrich gewann die Wahl gegen die demokratische Staatssenatorin Virginia Shapard, eine Befürworterin einer Verfassungsänderung für geschlechtliche Gleichberechtigung, welche in diesem konservativen Wahlbezirk keine Unterstützung fand. Gingrich wurde sechsmal in seinem Wahlbezirk wiedergewählt. Gingrich war von 1995 bis 1999 Sprecher des Repräsentantenhauses. Mit ihm wird die Republican Revolution assoziiert, die im Wahlkampf um den Kongress 1994 erstmals seit vier Jahrzehnten zu einer republikanischen Mehrheit geführt hat. 1995 wählte ihn das Magazin Time zur Person des Jahres. Er spielte anschließend eine führende Rolle in der gescheiterten Amtsenthebung von Präsident Bill Clinton wegen der Lewinsky-Affäre, musste sich jedoch zu gleicher Zeit selbst wegen einer eigenen außerehelichen Affäre aus der Politik zurückziehen.

Lobbyismus

Seit 1999 arbeitet Gingrich als Politikberater und TV-Kommentator und erhielt von Freddie Mac zwischen 1,6 und 1,8 Millionen Dollar für „strategische Beratung“. Nach Einschätzung des New York Times-Kolumnisten Timothy Egan bestand diese in politischer Einflussnahme auf den Reglementierungsprozess im Sinne von Freddie Mac.

Seine Tochter Kathy Gingrich Lubbers war die Präsidentin von Gingrich Communications, einer PR-Agentur mit zuletzt 15 Mitarbeitern, die 2011 vor dem Beginn von Gingrichs Präsidentschaftskampagne geschlossen wurde. Vor dem Beginn seiner Kampagne war Gingrich nach Recherche des Senders CNN für und in rund 25 Positionen und Unternehmen tätig. Er selbst bzw. Familienmitglieder gründeten mehrere Unternehmen und Institutionen, die im Umfeld des politischen Meinunsbildungsprozesses in Washington aktiv waren bzw. sind. Hierbei kam es zu teilweise erheblichen Zahlungen von gemeinnützigen an gewinnorientierte Einrichtungen, die diesem Umfeld entsprangen. Beispielsweise zahlte die gemeinnützige Organisation Renewing American Leadership der „Gingrich Communications“ in Verlauf von zwei Jahren rund US$ 200.000. Die gleiche gemeinnützige Organisation überließ Gingrich die geldwerte Liste ihrer Spender zur kommerziellen Verwertung in seinen Unternehmen.

Kandidatur 2012

Seine Wahlkampfposition wurde Anfang Januar 2012 durch eine 5-Millionen-Dollar-Spende von Sheldon Adelson verbessert. Gingrich wurden Chancen auf den Sieg im Rennen um die Kandidatur der Republikaner (Vorwahl) nachgesagt. Nach einem deutlichen Sieg der republikanischen Vorwahlen in South Carolina am 21. Januar 2012 galt er als möglicher nächste Bewerber der Republikaner um die US-Präsidentschaft. Seitdem Gingrich bei den Vorwahlen in Florida am 31. Januar 2012 nur 31 % der Stimmen erhielt und sein Konkurrent Mitt Romney 46 %, gilt dieser als Favorit. Der Spiegel schrieb: "der Verlierer verkennt die Signale: Trotz seiner deftigen Vorwahl-Niederlage in Florida will Newt Gingrich nicht aufgeben. ... Nach seinem 46-Prozent-Triumph .. ist Romney die Kandidatur wohl nicht mehr zu nehmen."

QUELLE: WIKIPEDIA