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Trennung und Scheidung: Bald mehr Umgangsrecht für leibliche Väter

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 16:03 Uhr
Bisher steht einem biologischen Vater, der nicht mit der Mutter verheiratet ist, ein Umgangsrecht nur zu, wenn ihn mit seinem Kind bereits eine enge persönliche Beziehung verbindet. (ARCHIVFOTO: DPA) 
Leibliche Väter sollen mehr Rechte auf Umgang mit ihren Kindern auch gegen den Willen der Mütter bekommen. Dasselbe gilt für einen DNA-Test zur Feststellung ihrer Vaterschaft.
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Berlin/AFP. 

Leibliche Väter sollen mehr Rechte auf Umgang mit ihren Kindern auch gegen den Willen der Mütter bekommen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf brachte die Bundesregierung am Mittwoch auf den Weg. Entscheidend soll künftig sein, ob der Kontakt des nicht verheirateten Vaters dem Kindeswohl diene, wie das Bundesjustizministerium mitteilte. Mutmaßliche leibliche Väter sollen zudem künftig auch gegen den Willen der Mütter einen DNA-Test zur Feststellung ihrer Vaterschaft durchsetzen können.

Bislang steht einem biologischen Vater, der nicht mit der Mutter verheiratet ist, ein Umgangsrecht nur zu, wenn ihn mit seinem Kind bereits eine enge persönliche Beziehung verbindet und damit eine „sozial-familiäre“ Beziehung aufgebaut hat. Vaterschaftstest gegen den Willen der Mütter sind nicht möglich.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte dies in zwei Urteilen von 2010 und 2011 beanstandet, weil der Erzeuger oft keine Chance habe, eine solche Beziehung aufzubauen. Das Gesetz soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

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