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Transplantationen: Immer weniger Menschen spenden Organe

Uhr | Aktualisiert 17.01.2013 19:42 Uhr

Ein Organspendeausweis wird in Kiel zerissen. (FOTO: DPA)

Der Skandal um Manipulationen bei Organtransplantationen hat die Spendenbereitschaft in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 2002 sinken lassen. 2012 hätten 1 046 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet, 12,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor, teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit.
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Frankfurt (Main)/dpa. 

Die Zahl der gespendeten Organe sei von 3 917 (2011) auf 3 508 gesunken. Pro eine Million Einwohner hätten im vergangenen Jahr 12,8 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet, ein Jahr zuvor seien es noch 14,7 gewesen.

Am deutlichsten sei der Rückgang im zweiten Halbjahr nach Bekanntwerden von Manipulationen in mehreren deutschen Transplantationszentren gewesen. Diese Vorfälle seien durch nichts zu entschuldigen, sagte der Medizinische Vorstand der DSO, Günter Kirste. „Mit großer Sorge sehen wir allerdings, dass im Zuge dessen auch das Vertrauen in die postmortale Organspende massiv erschüttert wurde und die nachlassende Spendenbereitschaft das eigentliche Grundproblem, den Organmangel, weiter verschärft.“ Bundesweit warteten rund 12 000 Menschen dringend auf eine Transplantation.

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