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Syrien: Kämpfe überschatten Besuch von UN-Gesandtem

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Der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi (l.) und Mokhtar Lamani (r.) in Damaskus. (FOTO: DPA)

Überschattet von erneuten heftigen Gefechten im ganzen Land ist der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi am Sonntag zu Gesprächen in der syrischen Hauptstadt Damaskus eingetroffen.
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Beirut/dapd. 

Noch am Sonntag sollte er den syrischen Außenminister Walid al Moallem treffen, für (morgigen) Montag war ein Gespräch mit Präsident Baschar al Assad geplant. Wegen Kämpfen nahe dem Damaszener Flughafen fuhr Brahimi von der libanesischen Hauptstadt Beirut aus auf dem Landweg nach Damaskus.

Unterdessen kamen nach Angaben von Aktivisten bei einem Luftangriff der syrischen Regierungstruppen am Sonntag zahlreiche Menschen ums Leben. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach nach dem Angriff in der Ortschaft Halfaja nahe der Stadt Hama von Dutzenden Toten. In einem im Internet veröffentlichen Amateurvideo waren mehr als ein Dutzend Tote oder Verletzte in den Überresten eines Gebäudes zu sehen, bei dem es sich nach Angaben des Sprechers um eine Bäckerei gehandelt hatte.

Wem der Angriff galt, war zunächst unklar. Aktivisten warfen der Regierung vor, mit den Luftangriffen auf Zivilisten Vergeltung für die jüngsten militärischen Erfolge der Aufständischen zu üben. Zuletzt hatten sich Rebellen und Regierungstruppen in der Region um Halfaja schwere Gefechte geliefert. Nach Angaben von Aktivisten eroberten die Aufständischen dabei mehrere Kontrollposten an der Hauptverkehrsstraße von Norden nach Süden.

Bei Luftangriffen auf die Ortschaft al Safira südlich von Aleppo kamen nach Angaben von Aktivisten am Sonntag 13 Frauen und Kinder ums Leben. Die Ortschaft liegt nahe einem großen Militärstützpunkt, der zuletzt immer wieder von Aufständischen angegriffen worden war. „Die Luftangriffe haben die Kämpfer aber überhaupt nicht getroffen“, sagte der Aktivist Hussein via Skype. „Sie wollen Vergeltung gegen Zivilisten üben.“

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