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Syrien: Druck auf Assads Machtzentrum wächst

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Ein zerstörtes Wohngebiet in Damaskus (FOTO: DPA)

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Im syrischen Bürgerkrieg rückt Damaskus zunehmend ins Zentrum der Gewalt. Bei einem Granatenangriff auf eine Schule nahe der Hauptstadt kamen am Dienstag laut einem Bericht der staatlichen Medien neun Schüler und ein Lehrer ums Leben.
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Beirut/dapd. 

Nach Angaben von Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden im Damaszener Vorort Thijabije 17 nicht identifizierte Leichen entdeckt. Auf Videomaterial, das Aktivisten ins Internet stellten, waren die Toten aufgereiht auf dem Boden zu sehen. Ihre Köpfe waren teilweise mit Blut bedeckt.

Nahe Damaskus und der Wirtschaftsmetropole Aleppo kamen Berichten zufolge am Dienstag mindestens ein Dutzend Menschen gewaltsam ums Leben. In den vergangenen Wochen hatten die Rebellen einige militärische Erfolge erzielt, hatten Stützpunkte erobert und die Kämpfe nach Damaskus getragen.

Der zunehmende Druck auf Damaskus, das Machtzentrum von Präsident Baschar al Assad, hat Ängste geschürt, das syrische Regime könnte als letzter Ausweg zu drastischen Mitteln wie dem Einsatz chemischer Waffen greifen. Als Reaktion auf einen möglichen Einsatz derartiger Waffen im syrischen Bürgerkrieg erwägt Washington inzwischen auch ein militärisches Eingreifen.

Zum Schutz des Bündnispartners Türkei hat die NATO angekündigt, Flugabwehrraketen vom Typ „Patriot“ an die Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien zu stationieren. „Im Sinne einer starken Solidarität stehen wir der Türkei zur Seite“, sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Dienstag nach einem entsprechenden Beschluss der Außenminister der Allianz bei ihrem Treffen in Brüssel. „Wer auch immer die Türkei angreifen will, dem sagen wir: 'Denke noch nicht einmal daran'.“

Angesichts vermehrten Artilleriefeuers aus Syrien hatte die Türkei zuvor die Verlegung der Raketenbatterien an seine Südgrenze beantragt. „Wir setzen darauf, dass die Entsendung der 'Patriot'-Raketen auch eine präventive Wirkung hat und dazu beiträgt, dass ein Flächenbrand in der ganzen Region verhindert werden kann“, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Rande des Treffens in Brüssel.

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