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Studie: Junge sozial schwache Menschen glauben nicht an Aufstieg

Uhr | Aktualisiert 26.11.2012 23:25 Uhr
Viele junge Menschen aus sozial schwachen Familie glauben nicht an Aufstiegschancen. (FOTO: DPA) 
Mehr als die Hälfte der aus einfachen Verhältnissen stammenden Menschen unter 30 Jahren glaubt einer Studie zufolge nicht, dass in Deutschland ein Aufstieg möglich ist.
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Berlin/MZ/TICH. 

Statusfatalismus ist ein sperriges Wort. Noch unschöner ist seine Bedeutung. Wenn ein zehnjähriger Junge auf die Frage nach seinem Berufswunsch antwortet: "Ich werde Hartz IV, wie Papa", dann trifft das ziemlich genau das, was Soziologen unter Statusfatalismus verstehen. Sozialer Aufstieg ist nicht unmöglich, wird aber als unmöglich empfunden.

Dass dieser Fatalismus in Deutschland besonders verbreitet ist, hat jetzt ein Ländervergleich des Allensbach-Instituts für Demoskopie gezeigt. Mehr als die Hälfte der jungen Deutschen, die aus sogenannten "einfachen Verhältnissen" kommt, glauben demnach nicht, dass ihnen ein sozialer Aufstieg möglich ist. Während in Schweden 68 Prozent der Altersklasse der Unter-30-Jährigen glaubt, dass wer sich heute wirklich anstrengt, es in der Regel auch zu etwas bringt, sind es in Deutschland nur 19 Prozent. 55 Prozent sind dagegen der Ansicht: "Tatsächlich ist es so, dass die einen oben sind, und die anderen unten, und für die ist es sehr schwer hochzukommen, so sehr sie sich auch anstrengen".

Insgesamt glauben nur 44 Prozent der Deutschen an die soziale Durchlässigkeit ihrer Gesellschaft nach oben, in Schweden sind es 61 Prozent. Dabei ist der Glaube an Chancengleichheit in den höheren sozialen Schichten mit 53 Prozent am stärksten.

Der Ländervergleich zeigt zudem, dass 44 Prozent der Schweden der Ansicht sind, dass für die Chancengleichheit ihrer Kinder viel getan wird, in Deutschland sind es dagegen nur 32 Prozent. Folglich ist auch das Vertrauen der schwedischen Bevölkerung in die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für ihre Kinder ausgeprägter als in Deutschland. Der Bildungsauftrag ergeht an den Staat. Deutsche Eltern dagegen fühlen sich zu 81 Prozent selbst verantwortlich. "Der Staat überträgt die Verantwortung auf die Eltern", erklärte die Leiterin des Allensbach-Instituts, Renate Köcher, "und die Eltern ziehen sich diesen Schuh auch an." Die Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung glaubt noch immer, Kinder unter drei Jahren seien nur in der Obhut ihrer Mütter gut aufgehoben. Der Osten Deutschlands hält es dagegen eher mit den Schweden. Eine gute Betreuungseinrichtung muss kein Schaden für die Jüngsten sein, finden 52 Prozent.

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