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SPD-Parteitag: «Volle Rückendeckung für Kanzlerkandidat Steinbrück»

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Peer Steinbrück beim Treffen vom Bundesvorstand der SPD in Hannover. (FOTO: DPA) 
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat Peer Steinbrück als designiertem Kanzlerkandidaten volle Unterstützung zugesagt. Er sei sich sicher, dass Steinbrück «ein erfolgreicher Kanzler wird». Und er werde alles dafür tun, «dass es so kommt», sagte Gabriel.
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Berlin/Hannover/dpa. 

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat Peer Steinbrück als designiertem Kanzlerkandidaten volle Unterstützung zugesagt. Er sei sich sicher, dass Steinbrück «ein erfolgreicher Kanzler wird». Und er werde alles dafür tun, «dass es so kommt», sagte Gabriel der «Bild»-Zeitung.

«Die SPD will Steinbrück als Kanzlerkandidaten, weil er der Beste ist, um den Raubtier-Kapitalismus der Finanzmärkte energisch zu bändigen», so Gabriel. Die Sozialdemokraten wollen Steinbrück auf einem Parteitag in Hannover am Sonntag offiziell zu ihrem Kanzlerkandidaten bestimmen.

Steinbrück selbst will das Thema Gerechtigkeit in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes rücken, wie er der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag) sagte. Vor der Wahl des 65-Jährigen wollte der SPD-Vorstand am Samstag die Kernpunkte für den Wahlkampf beraten. Dazu gehören Forderungen nach einem Mindestlohn und einer Mindestrente - gegen Altersarmut und die zunehmende Spaltung der Gesellschaft.

SPD-Bundestagsfraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann rechnete damit, dass Steinbrück «ein ganz hervorragendes Ergebnis bekommt» - auch wenn es nicht die fast 98 Prozent sein dürften, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Wochenbeginn bei ihrer Wiederwahl als Parteichefin einfahren konnte. «Die SPD neigt nicht zu nordkoreanischen Ergebnissen», sagte Oppermann dem «Hamburger Abendblatt» (Samstag).

Nach seiner Einschätzung ist es für die Bundestagswahl nicht entscheidend, ob Steinbrück die Nase vorn habe oder Merkel. Entscheidend sei, wer im Bundestag eine Mehrheit hat. Und die werde Merkel mit der FDP nicht bekommen. «Merkels schwarz-gelbe Koalition wird es in einem Jahr nicht mehr geben.»

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) erwartet sich vom Auftritt Steinbrücks am Sonntag keine «spontanen Wunderheilungen». «Der Glaube, alles hänge an einer Rede, ist doch absurd», sagte er der «Frankfurter Rundschau» (Samstag). Die öffentliche Stimmung werde sich erst im nächsten Jahr drehen, «wenn erkennbar wird, dass die anderen zwar eine starke Kanzlerin, aber keine starke Partei und keinen Koalitionspartner haben».