Vorlesen

Pflege: Paritätischer Wohlfahrtsverband kritisiert Pflegezeit

Uhr | Aktualisiert 28.12.2012 19:32 Uhr
Drucken per Mail
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die seit einem Jahr geltende Familien-Pflegezeit scharf kritisiert. „Bei dem Modell handelt es sich um eine politische Luftnummer“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider.
München/dapd. 

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die seit einem Jahr geltende Familien-Pflegezeit scharf kritisiert. „Bei dem Modell handelt es sich um eine politische Luftnummer“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, der Nachrichtenagentur dapd. Das Modell sehe keinen Rechtsanspruch vor, biete keine soziale Sicherheit und hänge „ausschließlich vom Wohlwollen des Arbeitgebers ab“. Es sei kein Wunder, dass die Nachfrage danach gering sei. „Die einzigen, die bei diesem Konzept richtig profitiert hätten, wären die Versichungsanbieter gewesen“, fügte er hinzu.

Schneider forderte ein Konzept, das an das Modell des Elterngeldes angelehnt ist. Zum einen müsse es einen rechtlich verankerten Anspruch auf Pflegezeit geben und zum anderen müsse das Pflegegeld als soziale Leistung vom Staat übernommen werden. „Mit anderen Worten: Das, was wir am Anfang des Lebens tun, wenn es darum geht, Kinder zu pflegen, das muss genauso realisiert werden am Ende eines Lebens, wenn es darum geht, alte Menschen zu pflegen“, betonte Schneider.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor unter Berufung auf eine Statistik des Bundesfamilienministeriums berichtet, dass die zum Jahresbeginn eingeführte Pflegezeit für Familien in den Unternehmen bislang kaum Anklang finde. Demnach haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Gesetz in den ersten zwölf Monaten seines Bestehens in nicht mehr als 200 Einzelfällen genutzt.