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Pfarrerstochter: Merkel verärgerte DDR-Funktionäre mit Russisch-Talent

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Angela Kasner (heute Angela Merkel) bereitet im Juli 1973 - nach ihrem Abitur - mit Freunden beim Camping im brandenburgischen Himmelpfort (damals DDR) auf der Feuerstelle ein Essen zu. (FOTO: DPA)

Mit Glanzleistungen in der russischen Sprache hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als junges Mädchen DDR-Funktionäre vergrätzt. Über ihren Sieg bei einer Russisch-Olympiade ärgerte sich so manches SED-Mitglied, weil die 14 Jahre alte Schülerin kein Kind einer Arbeiter- oder Bauernfamilie war, sondern Pfarrerstochter.
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Berlin/dpa. 

Dies berichtete die ehemalige Russischlehrerin Merkels, Erika Benn, im Magazin „Cicero“ (Februar).

Merkel (58), die im brandenburgischen Templin aufwuchs, gewann den Sprachwettbewerb 1969 erst in ihrer Schule, später auf Kreis-, Bezirks- und nationaler Ebene, sagte Benn. Das habe auf einer Parteiversammlung für Ärger gesorgt. Benn selbst habe für die Spitzenleistung ihrer Vorzeige-Schülerin Kritik einstecken müssen. Schließlich sei es keine Kunst, Arzt- und Pfarrerskinder zu fördern, wurde ihr vorgehalten. Einem wütenden Schulrat habe Benn gesagt: „Ich kann ja nichts dafür, wenn die so gut ist“ - und dann ein bisschen geweint.

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