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Partei: FDP befindet sich auf Schrumpfkurs

Uhr | Aktualisiert 28.12.2012 19:51 Uhr
FDP-Chef Philipp Rösler muss dem Mitgliederschwund hilflos zusehen. (FOTO: DPA) 
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Angesichts dauerhaft schlechter Umfragewerte und interner Personalquerelen kehren immer mehr FDP-Mitglieder ihrer Partei den Rücken.
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Berlin/MZ. 

Zum Jahresende dürften die Liberalen nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung erstmals weniger Mitglieder als die Grünen haben. "Die FDP befindet sich in einem Teufelskreis nach unten", sagt der Berliner Parteienforscher Oskar Niedermayer.

Bereits im Laufe des Jahres 2011 hatte die FDP bundesweit 5 400 Mitglieder verloren. Im ersten Halbjahr 2012 schrumpfte die Zahl ihrer Beitragszahler weiter um etwa 3 000 auf 60 181. Aktuelle Zahlen für die zweite Jahreshälfte will die Parteiführung - anders als in den Vorjahren - erst nach dem Dreikönigstreffen im Januar vorlegen. Doch dürfte sich der Negativtrend fortgesetzt haben. "Erkenntnisse, dass es deutliche Mitgliedergewinne gegeben hat, liegen uns nicht vor", räumt Parteisprecher Wulf Oehme ein.

Tatsächlich rechnet man im Thomas-Dehler-Haus damit, dass die FDP zum Jahreswechsel von den Grünen überholt wird. Die Ökopartei konnte ihren Mitgliederstamm bis Mitte Dezember um 650 auf 59 727 Männer und Frauen ausbauen. Parteienforscher Niedermayer sieht die FDP in einer Negativspirale: "Niemand will zu den Verlierern gehören." Für eine Trendwende "müsste sehr viel klarer werden, für was die Partei überhaupt steht", argumentiert er. Zudem könne ein Wechsel an der Parteispitze helfen. "Die Bürger nehmen Philipp Rösler als Politiker nicht ernst", sagte er. Allerdings: "Man hätte ihn sehr viel früher ersetzen sollen." Es sei klar, dass Rösler nach einer verlorenen Niedersachsen-Wahl abgelöst werde: "Aber ob das dann noch reicht, um einen glaubwürdigen Neuanfang zu signalisieren, halte ich für fraglich." Rösler selbst ließ allerdings am Freitag offen, ob er nach einer Niederlage bei der Niedersachsen-Wahl die FDP weiter führen will. "Erstmal kämpfen wir dafür, dass Niedersachsen eben nicht schiefgeht", sagte er im ZDF-Morgenmagazin.

Während die Bundes-FDP die aktuellen Zahlen unter Verschluss hält, lassen Meldungen aus den Ländern das Ausmaß der Erosion erahnen. So verloren die Liberalen in Bayern 2012 unterm Strich 300 Beitragszahler. In Baden-Württemberg fiel die Mitgliederzahl um 200. In Nordrhein-Westfalen schrumpften die Liberalen trotz des populären Landeschefs Christian Lindner um 700 Köpfe. "Wir konnten uns dem Bundestrend nicht entziehen", heißt es dort.

Die Schrumpfung im Bestand ist allerdings ein parteiübergreifendes Problem. Die ehemaligen Volksparteien verlieren wegen Überalterung seit langem Mitglieder. Ende November lag die CDU mit 478 810 Mitgliedern wieder leicht vor der SPD mit 477 803 Mitgliedern. Die Linkspartei zählte noch rund 65 000 Mitglieder.

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