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Neujahrsansprache: Merkel zwischen Staatsfinanzen und sozialer Sicherheit

Uhr | Aktualisiert 31.12.2012 15:42 Uhr
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Aufzeichnung der diesjährigen Neujahrsansprache. (FOTO: DPA) 
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Die Bundeskanzlerin sieht auf die Deutschen im neuen Jahr eine schwierigere Wirtschaftslage zukommen. Deutschland habe in diesem Jahr "die niedrigste Arbeitslosigkeit und die höchste Beschäftigung seit der Wiedervereinigung", sagt Angela Merkel (CDU) in ihrer Neujahrsansprache.
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Berlin/MZ. 

Die Bundeskanzlerin sieht auf die Deutschen im neuen Jahr eine schwierigere Wirtschaftslage zukommen. Zwar habe Deutschland in diesem Jahr "die niedrigste Arbeitslosigkeit und die höchste Beschäftigung seit der Wiedervereinigung", sagt Angela Merkel (CDU) in ihrer Neujahrsansprache laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript. "Dennoch weiß ich, dass viele natürlich auch mit Sorgen ins neue Jahr gehen. Und tatsächlich wird das wirtschaftliche Umfeld nächstes Jahr nicht einfacher, sondern schwieriger." So sei etwa die europäische Staatsschuldenkrise "noch längst nicht überwunden.

Das solle die Deutschen jedoch "nicht mutlos werden lassen, sondern - im Gegenteil - Ansporn sein", heißt es in der Ansprache, die heute ausgestrahlt wird. Um Wohlstand und Zusammenhalt zu sichern, brauche das Land "die richtige Balance" aus Leistungsbereitschaft und sozialer Sicherheit, so Merkel. Wie wichtig das sei, habe die EU-Schuldenkrise gezeigt. Die Bundesregierung werde deshalb geordnete Staatsfinanzen ebenso anstreben wie "soziale Sicherheit für alle" sowie Investitionen in Forschung und Bildung. "Für unser Land bedeutet Forschung Arbeitsplätze", betonte die Kanzlerin. "Wenn wir etwas können, was andere nicht können, dann erhalten und schaffen wir Wohlstand." Deshalb solle Deutschland auch "zu einem der modernsten Energiestandorte der Welt" umgebaut werden.

Die Kanzlerin lobte zwar, dass in der EU "die Reformen, die wir beschlossen haben, zu wirken beginnen". Zugleich bat sie die Deutschen aber um Geduld bei der Überwindung der Krise und forderte eine effektivere Regulierung der internationalen Finanzmärkte. "Die Welt hat die Lektion der verheerenden Finanzkrise von 2008 noch nicht ausreichend gelernt", so Merkel. "Nie wieder darf sich eine solche Verantwortungslosigkeit wie damals durchsetzen." In der sozialen Marktwirtschaft sei der Staat der Hüter der Ordnung, darauf müssten die Menschen vertrauen können.

Merkel würdigte mehrfach das Engagement der Bürger Deutschlands. "Es sind Freunde und Nachbarn, die Initiative ergreifen oder einen Missstand beheben", sagte sie. "Es sind die Familien, die sich Tag für Tag liebevoll um ihre Kinder und ihre Angehörigen kümmern" und "Gewerkschafter und Unternehmer, die gemeinsam für die Sicherheit der Arbeitsplätze arbeiten".

Zum Abschluss dankte Angela Merkel den Soldaten, Polizisten und zivilen Helfern, "die unter großen persönlichen Opfern ihren Dienst für uns tun" und "für unsere Sicherheit sorgen, hierzulande und fern der Heimat".