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Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Nach Insolvenz: Online-Unternehmen Unister ist bald aufgelöst

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Der Hauptsitz der Unister Holding und Unister Travel im Leipziger Zentrum.

Foto:

imago

Leipzig -

Noch hängen am Leipziger Unternehmenssitz die Firmenschilder von Unister Travel. Alsbald dürften sie abmontiert werden und durch den Namen Invia ersetzt werden. Denn der Verkauf der Unister-Reisesparte ist abgeschlossen.

Am vergangenen Wochenende ging der größte Geschäftsbereich des insolventen Unternehmens auf den neuen Eigentümer Rockaway Capital SE aus Prag über, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Dienstag mit.

Etwa acht Monate nach der Pleite ist der einstige ostdeutsche Internet-Konzern fast aufgelöst. Lediglich 30 Mitarbeiter arbeiten noch bei Firmen, die zur insolventen Unister-Holding gehören. Weitere 30 Unister-Mitarbeiter sind für die Insolvenzverwaltung tätig.

Wenige Tage nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Unister-Gründer und Chef Thomas Wagner am 14. Juli 2016 rutschte das bereits finanziell angeschlagene Unternehmen in die Pleite. In der Folge gelang es Flöther das Geschäft zu stabilisieren und die verschachtelte Firmenstruktur zu entflechten.

Unister: Kaufvertrag über insolventes Internet-Unternehmen aus Leipzig wurde bereits im Dezember unterzeichnet

Bereits kurz vor Weihnachten wurde der Kaufvertrag über das Herzstück des Unternehmens, die Reise-Sparte, unterzeichnet. Ein Kaufpreis wurde allerdings nicht genannt. Zum 31. März hat der osteuropäische Finanzinvestor Rockaway nun Unister Travel komplett mit 540 Mitarbeitern übernommen. Dazu gehören bekannte Portale wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de. Die Tschechen betreiben mit Invia bereits einen großen Online-Reisevermittler in den osteuropäischen Staaten.

Rockaway-Manager Jaroslaw Czernek sagte zuletzt, dass man Synergien in der Gruppe erzielen wolle und „mit gebündelten Kräften die gesamteuropäische Marktführerschaft anstrebe“. Die bekannten Seiten wie ab-in-den-urlaub.de sollen dabei erhalten bleiben.

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Foto:

Grafik: Büttner

Bis 2015 war Unister der deutsche Marktführer bei den Online-Reiseportalen. Diese vermitteln etwa Pauschalreisen im Auftrag großer Reisekonzerne wie Tui und erhalten dafür eine Provision. Für den Nutzer besteht der Vorteil, dass er eine große Auswahl verschiedener Veranstalter vorfindet und beispielsweise gezielt nach dem günstigsten Angebot suchen kann.

Verkauft wurden vom Insolvenzverwalter in den vergangenen Monaten aber auch eine Reihe von anderen Portalen aus dem Unister-Reich. So erwarb das Unternehmen Solute, das unter anderem billiger.de betreibt, die Seite shopping.de. Die Karlsruher Firma hat bereits seit 2015 ein Büro in Leipzig. Zu den zehn Mitarbeitern dort sind nun 15 weitere von shopping.de gezogen. Der Leipziger Informationsdienstleister GET AG hat sich die Domain preisvergleich.de gesichert und die 13 Mitarbeiter übernommen.

Auch an dem Nachrichtenportal news.de hatten mehrere Verlage Interesse. Den Zuschlag erhielt die Nürnberger Medien-Gruppe Müller. Was Müller mit dem Portal vorhat, muss sich wohl erst noch zeigen. Aktuell sind vor allem Trash-Meldungen wie vom Deutschen Nostradamus, der den Weltuntergang für 2017 vorhersagt, zu lesen. Alle 20 Arbeitsplätze und der Standort Leipzig von news.de sollen erhalten bleiben, hieß bei der Bekanntgabe der Übernahme im Februar.

Unister: Einzelne Teile des Leipziger Internetunternehmens stehen noch zum Verkauf

Zum Verkauf stehen unter anderem noch der Werbe-Vermarkter von Online-Portalen, Adup, mit 20 Mitarbeitern, die Online-Forschungsfirma Keyfacts mit zehn Beschäftigten sowie einzelne Domains wie versicherung.de und Myimmo.

Wie viel Geld mit den Verkäufen bisher erlöst wurde, hat Flöther nicht veröffentlicht. Das erfahren am Ende wohl nur die Gläubiger. Branchenkenner rechnen damit, dass ein dreistelliger Millionenbetrag zusammen kommt. (mz)