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Italien: 40 Politiker wegen Korruption verdächtigt

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Die italienischen Behörden haben Ermittlungen gegen 40 Politiker wegen Korruption eingeleitet. Die Politiker des Regionalrats der Lombardei seien verdächtig, öffentliche Gelder für private Zwecke verwendet zu haben.
Rom/AFP. 

Die italienischen Behörden haben Ermittlungen gegen 40 Politiker wegen Korruption eingeleitet. Die Politiker des Regionalrats der Lombardei seien verdächtig, öffentliche Gelder für private Zwecke verwendet zu haben, berichteten italienische Medien am Freitag. 22 Politiker aus der Partei des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi, Volk der Freiheit (PdL), sowie des früheren Koalitionspartners Lega Nord, seien zur Befragung einbestellt worden, berichtete die Tageszeitung „La Stampa“.

Der Gesamtwert der entwendeten Mittel soll bei mehreren Millionen Euro liegen. Zu den prominentesten Verdächtigen gehört Berlusconis ehemalige Zahnpflegerin Nicole Minetti, die 2008 Mitglied des Regionalrats der Lombardei wurde. Sie soll rund 27.000 Euro für private Besuche in Luxusrestaurants ausgegeben haben, darunter 800 Euro an einem einzigen Abend in Mailand. Minetti muss sich derzeit vor Gericht verantworten, weil sie für Berlusconi während dessen Regierungszeit Prostituierte organisiert haben soll, darunter die zur Tatzeit minderjährige Karima al Mahrough alias Ruby Rubacuore.

Auch Renzo Bossi, der Sohn des Gründers der rechtspopulistischen Lega Nord, Umberto Bossi, gehört zum Kreis der Verdächtigen. Er soll von seinem Etat unter anderem Videospiele, Zigaretten und Alkohol gekauft haben. Umberto Bossi war im April vom Posten des Parteivorsitzenden zurückgetreten, weil die Justiz gegen ihn wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder ermittelte.