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Anschlag in Istanbul: Deutsche Opfer waren auf Drei-Länder-Erlebnisreise

Die Polizei hat das Gebiet rund um den Anschlagsort abgeriegelt.

Die Polizei hat das Gebiet rund um den Anschlagsort abgeriegelt.

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dpa

Berlin -

Unter den mindestens acht deutschen Todesopfern des Anschlags in Istanbul sind auch zwei Männer und eine Frau aus Rheinland-Pfalz. Dies teilten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz am Dienstag mit.

Nach Angaben der Potsdamer Landesregierung ist auch ein Ehepaar aus Brandenburg getötet worden. Dabei handelt es sich um zwei 71 und 73 Jahre alte Eheleute aus Falkensee bei Berlin seien umgekommen, sagte Regierungssprecher Andreas Beese am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich zutiefst erschüttert von ihrem Tod. „Hier wurden Unschuldige Opfer sinnlosen Terrors“, sagte Woidke nach Angaben Beeses.

Nach Informationen derBerliner Zeitungsoll unter den Todesopfern auch ein Urlauber aus Berlin sein. Zudem seien eine Frau aus Berlin schwer, ein weiterer Mann aus Berlin leicht verletzt worden, schreibt das Blatt (Online).

Opfer waren auf Drei-Länder-Erlebnisreise

Die Opfer des Anschlags in Istanbul waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder, wie der Sprecher des Reiseunternehmens, Ingo Leßmann von der sk-medienconsult, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend sagte.

Ein Teil dieser Reisenden habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen. Auf dieser Tour lag auch der Anschlagsort in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Andere Urlauber hätten ein individuelles Programm absolviert. Wieviele Reisende an der Gruppenveranstaltung teilgenommen hätten, sei noch nicht klar, sagte Leßmann.

Die Drei-Länderreise umfasse Istanbul, Dubai und Abu Dhabi. „Die Reisegruppe sollte von Istanbul über Dubai nach Abu Dhabi reisen“, sagte Leßmann. In der türkischen Metropole seien die Urlauber am Montag angekommen. Die Weiterreise nach Dubai sei für den Mittwoch geplant gewesen.

Veranstalter schickt Seelsorger

Zwei Vertreter der Geschäftsführung seien auf dem Weg nach Istanbul zu der Reisegruppe, hieß es. Auch Seelsorger sollten eingesetzt werden. Es gebe zwar einen Kontakt zum Reiseleiter am Ort, aber die Gruppe sei wegen der türkischen Nachrichtensperre abgeschirmt.
Für Angehörige wurde eine Hotline mit der Nummer 030 880013039 eingerichtet. Kunden, die einen Türkeiaufenthalt mit Beginn bis zum 31. Januar gebucht haben, könnten die Reise kostenfrei stornieren oder umbuchen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben auf Gruppenreisen für Menschen „in den besten Jahren“ spezialisiert.

„Die schrecklichen Ereignisse des heutigen Tages machen uns tief betroffen“, sagte der Geschäftsführer der Lebenslust Touristik GmbH Berlin, Marco Scherer, am Dienstagabend. Es müsse auch von einer größeren Zahl verletzter Reisender ausgegangen werden.

Verwirrung um Opfer aus Peru

Das peruanische Außenministerium hat unterdessen seine früheren Angaben relativiert, wonach eines der Opfer des Terroranschlags von Istanbul aus Peru stammt. Dafür gebe es bislang keine Bestätigung, teilte das Ministerium am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in Lima mit. Außenministerin Ana María Sánchez hatte zuvor auf einer Pressekonferenz erklärt, unter den zehn Toten sei auch ein Peruaner, der anscheinend als Tourist in die Türkei gereist sei.

Die türkische Polizei habe dem peruanischen Honorarkonsul in Istanbul mitgeteilt, dass zwei Leichen noch nicht identifiziert worden seien, hieß es nun. Die weiteren acht Todesopfer des Selbstmordattentats im historischen Zentrum Istanbuls sind Deutsche. Das peruanische Außenministerium bestätigte, dass eine der 15 Verletzten eine Peruanerin sei.

Innenminister de Maizière reist nach Istanbul

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reist an diesem Mittwoch in die Türkei. Der Minister wolle in Istanbul seinen türkischen Amtskollegen Efkan Ala treffen und sich ein Bild von der Lage machen, sagte eine Sprecherin des Innenressorts am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Dienstag im historischen Zentrum Istanbuls mindestens acht Deutsche mit sich in den Tod gerissen. Neun weitere Bundesbürger wurden zum Teil schwer verletzt. Der Angreifer sprengte sich nach türkischen Angaben mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Insgesamt gab es nach türkischen Angaben zehn getötete Opfer sowie den toten Attentäter und 15 Verletzte. (dpa/ccp)