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Hitlers Hassschrift: Wucherpreise für Adolf Hitlers „Mein Kampf“

Im Buchhandel ist die kommentierte Fassung von "Mein Kampf" ausverkauft.

Im Buchhandel ist die kommentierte Fassung von "Mein Kampf" ausverkauft.

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dpa

Am 9. Januar erschien die sogenannte kritische Ausgabe von Adolf Hitlers Bestseller „Mein Kampf“. Herausgegeben hat die fast 2000 Seiten umfassende Edition, in der Hitlers Hassschrift mit einem Präservativ von Aberhunderten von Anmerkungen umhüllt ist, das Münchner Institut für Zeitgeschichte. Die Erstauflage von 5000 Exemplaren war bereits vor dem Erscheinungstag verkauft. Die zweite Auflage ist versprochen, aber noch nicht in Sicht. 59 Euro kostete die Erstauflage.

Ab 210 Euro aufwärts

Die Nachfrage nach ihr treibt jetzt seltsame Blüten. Am Freitag konnte man um 12.40 Uhr fünf Exemplare via Amazon kaufen. Das billigste Angebot lag bei 210 Euro. Es stammt von einem sich Scoddy nennenden Verkäufer, über den Amazon schreibt: „Tut uns Leid: Die Web-Adresse, die Sie eingegeben haben, gibt es auf unserer Website nicht.“ Scoddy ist völlig neu in dem Gewerbe. Er weiß nichts von der Buchpreisbindung. Sonst würde er nicht einfach nur „Neu“ hinschreiben.

Die anderen Anbieter schreiben „Gebraucht - wie neu“ oder „Sammlerstück – wie neu“. Auch bei den gebrauchten Exemplaren steht dann aber doch „originalverschweißt“. Das sind wohl erfahrene Schnäppchenjäger. Bei allen scheint es sich um Privatleute zu handeln, denen es irgendwie gelungen ist, eines der begehrten Exemplare zu bekommen und die es jetzt möglichst teuer verkaufen wollen. Es scheint zu klappen. Zwei der Exemplare, die Mittwoch noch zu haben waren für weit über 200 Euro werden am Donnerstag nicht mehr angeboten.

Wo das Angebot deutlich kleiner ist als die Nachfrage, entsteht ein Schwarzmarkt mit deutlich höheren Preisen. So belehrt uns das Institut für Zeitgeschichte mit seiner Hitler-Ausgabe, noch bevor wir sie in der Hand haben, nicht nur über Adolf Hitlers Ideen und Taten, sondern auch über die Gesetze der Marktwirtschaft. Das billigste Angebot lag am Freitag bei 210 Euro. Das teuerste bei 549,99 Euro. Je länger das Münchner Institut braucht, um die zweite Auflage unter die Leute zu bringen, desto mehr wird der Schwarzmarkt blühen.

Teurer Geschmack

Am Freitag waren bei Ebay 28 Exemplare zu haben. Ein paar davon konnte man sofort kaufen, um die anderen stritten sich verschiedene Bieter. Der billigste Sofortkauf lag bei 179 Euro, der teuerste bei 499 Euro. Es gab Gebote, die lagen bei unter 80 Euro, aber deren Auktion sollte noch über viele Tage gehen. Da werden die Konkurrenten sich möglicherweise noch hochschaukeln. Ob in den vergangenen 14 Tagen irgend ein Exemplar für mehr als 400 Euro den Besitzer gewechselt hat, ist nicht klar. Es war aber ja schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Den Stern zum Beispiel vom 28. April 1983, in dem Kujaus Hitler-Tagebücher abgedruckt waren, bekommt man derzeit wohl nicht für weniger als 149 Euro.



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