Vorlesen

Hintergrund: Rote Armee Fraktion (RAF) und ihre Opfer

Uhr
Drucken per Mail
Der Roten Armee Fraktion (RAF) fielen mehr als 30 Menschen zum Opfer - darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik.
Hamburg/dpa. 

Die «erste Generation» um den Kaufhaus-Brandstifter Andreas Baader und die Journalistin Ulrike Meinhof konzentrierte ihre Gewalttaten bis 1972 aus Protest gegen den Vietnamkrieg vor allem auf US-amerikanische Einrichtungen. Die «zweite Generation» setzte die Terrorserie als bewaffneten Kampf gegen das «imperialistische System» fort. Als Anführer gelten Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Ihr Hauptanliegen wurde die Befreiung der ersten Generation aus der angeblichen Isolationshaft. Als sich der Staat 1977 mit der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und einer Lufthansa-Maschine nicht erpressen ließ, begingen die Terroristen Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Gefängnis Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Schleyer wurde daraufhin von seinen Entführern ermordet.

Danach formierte sich die «dritte Generation» der RAF mit einer gut abgeschotteten und namentlich kaum bekannten «Kommandoebene». Auf ihr Konto sollen mehrere professionell geplante Morde gehen - etwa an dem MTU-Vorstandschef Ernst Zimmermann (1985), dem Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts, dem Bonner Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl (beide 1986), Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Bis heute wissen die Ermittler in keinem dieser Fälle, wer genau die Täter waren.