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Alterssicherung: Rentner können mit deutlichen Erhöhungen rechnen

Uhr | Aktualisiert 07.02.2013 17:27 Uhr
Die Renten steigen. (FOTO: DPA) 
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Nach Jahren mit nur geringen Rentenzuwächsen können die 20 Millionen Rentner in Deutschland in den kommenden vier Jahren offenbar mit deutlich stärkeren Erhöhungen rechnen. Die Bundesregierung erwartet, dass die Renten bis Ende 2016 im Osten um 11,55 Prozent steigen werden.
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Berlin/MZ. 

Nach Jahren mit nur geringen Rentenzuwächsen können die 20 Millionen Rentner in Deutschland in den kommenden vier Jahren offenbar mit deutlich stärkeren Erhöhungen rechnen. Die Bundesregierung erwartet, dass die Renten bis Ende 2016 im Osten um 11,55 Prozent und im Westen um 8,5 Prozent steigen werden. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht hervor, den das Kabinett morgen verabschieden will.

In den kommenden vier Jahren könnten Rentner demnach mit einem durchschnittlichen jährlichen Rentenplus von 2,1 (Westen) bis 2,88 Prozent (Osten) rechnen. Die Bundesbank erwartet für dieses Jahr eine Inflationsrate von 2,1 Prozent und für das kommende Jahr von 1,6 Prozent. Setzt sich dieser Trend in den kommenden vier Jahren fort, hätten die Rentner auch real wieder mehr in der Tasche. Allerdings gibt es Finanz- und Wirtschaftsexperten, die eine stärkere Verteuerung der Lebenshaltungskosten erwarten, womit die Rentenzuwächse wieder aufgezehrt würden.

Im kommenden Jahr dürfen die Rentner in Ostdeutschland laut Bundesregierung mit einem satten Plus von 3,49 Prozent rechnen. Das wäre der höchste Aufschlag seit dem Jahr 1997. Die rund 16 Millionen Ruheständler im Westen müssten sich mit einem Plus von rund einem Prozent zufriedengeben. Sie haben also nach dem Abzug der voraussichtlichen Teuerung im kommenden Jahr netto weniger in den Taschen als zuvor. Sie könnten aber für 2015 mit 2,55 Prozent auf die größte Steigerung seit 1993 hoffen.

Mittelfristig sollen die Renten dem Bericht zufolge kontinuierlich steigen. Für 2014 wird demnach eine Rentensteigerung von 2,33 Prozent im Westen und 2,4 Prozent im Osten erwartet. Im Jahr darauf sollen die Renten in Westdeutschland um 2,55 Prozent angehoben werden, in Ostdeutschland um 2,65 Prozent. 2016 soll es in den alten Bundesländern 2,39 Prozent mehr Rente geben, in den neuen 2,47 Prozent mehr.

Während die kurzfristigen Prognosen vermutlich noch einigermaßen zuverlässig sind, sind die Erwartungen für die kommenden vier Jahre großen Unsicherheiten ausgesetzt. Auch eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums betonte: "Letztlich muss man immer die konkreten wirtschaftlichen Entwicklungen zur Grundlage nehmen." Die sind derzeit alles andere als gut abzuschätzen.

Den Prognosen der Bundesregierung liegen die Annahmen zugrunde, dass die Bruttolöhne in den nächsten vier Jahren im Durchschnitt jeweils um 2,5 bis 2,8 Prozent steigen werden. Zugleich erwartet sie, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt unter der Drei-Millionen-Marke bleiben wird. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass solche Lohnzuwächse und Arbeitslosenzahlen alles andere als selbstverständlich sind. Die SPD kritisierte die Prognosen der Bundesregierung auch als "Mondzahlen".

Rentenexperte Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hält die Vorausberechnungen dagegen durchaus für plausibel. Er nennt neben der guten Lohnentwicklung und dem Beschäftigungszuwachs weitere Faktoren, die künftig für höhere Renten sorgen werden: So wirke sich zum Beispiel die Senkung des Beitragssatzes positiv auf die Höhe der ausgezahlten Renten aus - und zwar mit einem Plus von 0,4 Prozent in 2013 und einem Prozent 2014.

Die sogenannte Eckrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst soll im kommenden Jahr bei 1 276 Euro liegen und das Rentenniveau bei 48,9 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns.

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