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Ägyptische Revolution: Tote am Jahrestag

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 23:23 Uhr

Auch in Alexandria gab es gewaltsame Auseinandersetzungen. (FOTO: DPA)

Blutiger Jahrestag des Aufstandes gegen Präsident Husni Mubarak in Ägypten: Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten sind am Freitag in Suez neun Menschen ums Leben gekommen. 379 Menschen wurden bei Protestaktionen in mehreren Provinzen verletzt.
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Kairo/dpa. 

Blutiger Jahrestag des Aufstandes gegen Präsident Husni Mubarak in Ägypten: Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten sind am Freitag in Suez neun Menschen ums Leben gekommen. 379 Menschen wurden bei Protestaktionen in mehreren Provinzen verletzt, wie Krankenhausärzte und Sanitäter berichteten. Unter den Verletzten waren mehrere Polizisten.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelt es sich bei den Toten um junge Männer, die vor dem Gouverneursgebäude in Suez von Schüssen getroffen wurden, als Demonstranten das Gebäude stürmen wollten. Gewalt auf den Straßen gab es auch in den Metropolen Kairo und Alexandria. Aktivistinnen berichteten zudem von sexuellen Übergriffen auf dem Tahrir-Platz in Kairo, wo die zentrale Kundgebung der Opposition stattfand.

In Ismailia am Suez-Kanal zündeten Randalierer das Parteibüro der Muslimbrüder an und verwüsteten das Gouverneursgebäude, wie der TV-Sender Al-Arabija berichtete. Am Nachmittag hatten auf dem Tahrir-Platz in Kairo Zehntausende Oppositionelle gegen die regierenden Islamisten demonstriert, denen sie vorwarfen, sie hätten die "Ziele der Revolution des 25. Januar 2011 verraten".

"Freiheit, Brot und soziale Gerechtigkeit" riefen Zehntausende von Demonstranten und "Nieder mit der Herrschaft der Muslimbrüder". Auch rund um den Präsidentenpalast kam es am Abend zu Straßenschlachten, bei denen Steine flogen. Die Ordnungspolizei setzte Tränengas ein. Staatschef Mohammed Mursi fuhr durch einen Hintereingang in den von Demonstranten belagerten Präsidentenpalast.

Die Muslimbrüder, die Mursi im vergangenen Jahr als ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl nominiert hatten, beteiligten sich nicht an den Protestaktionen. Bei dem ersten "Revolutionsgeburtstag" 2012 waren die Islamisten mit dabei gewesen. Damals war noch der Militärrat an der Macht, der Mubarak ein Jahr zuvor zum Rücktritt gezwungen hatte.