Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Umfrage nach den Übergriffen in Köln: Jeder dritte Deutsche will Menschenmengen meiden

Viele Menschen sind nach den Übergriffen verunsichert.

Viele Menschen sind nach den Übergriffen verunsichert.

Foto:

dpa

Köln -

Nach den gewalttätigen Übergriffen am Silvesterabend in Köln und anderen Städten wollen die Deutschen ihr Verhalten teilweise ändern. 30 Prozent wollen größere Menschenansammlungen meiden: Frauen 37 Prozent, Männer 21 Prozent. Das hat eine Umfrage von infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend ergeben.

Eine Ausweitung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen als Reaktion auf die Ereignisse befürworten 82 Prozent der Befragten, 17 Prozent lehnen das ab.

Eine systematische Kontrolle der Grenzen innerhalb der EU, wie es jetzt Schweden vorübergehend für sich angeordnet hat, hält eine Mehrheit von 57 Prozent der Befragten für richtig (12 Prozentpunkte mehr als im September 2015). 41 Prozent ist dagegen.

Mehrheit vertrauet der Polizei

51 Prozent halten es außerdem für nötig, Flüchtlingen ohne gültige Ausweispapiere die Einreise zu verweigern, 44 Prozent sind dagegen. Drei Viertel aller Befragten sind dafür, ein Gesetz einzuführen, das Zuwanderer auf deutsche Grundwerte verpflichtet.
Ihrer Polizei vertrauen die Deutschen immer noch, auch nach den Pannen und dem Versagen Sylvester in Köln: 77 Prozent der Befragten haben großes oder sogar sehr großes Vertrauen in die Polizei.

In der Flüchtlingspolitik fordert die CSU seit Monaten eine feste nationale Obergrenze für die Aufnahme von Migranten. Eine Mehrheit von 61 Prozent befürwortet eine Obergrenze, das sind elf Punkte weniger als bei der Umfrage im Dezember. 36 Prozent der Befragten lehnen eine solche Maßnahme ab.

68 Prozent der Menschen fürchten, dass es in nächster Zeit terroristische Anschläge in Deutschland geben wird; das sind sieben Prozentpunkte mehr als im Vormonat. 29 Prozent fürchten es nicht.
70 Prozent befürworten deshalb eine grundsätzliche Verschärfung von Überwachungsmaßnahmen. 87 Prozent der Befragten gaben an, Personen, die im Ausland für eine Terrormiliz gekämpft haben und die noch eine andere Staatsbürgerschaft besitzen, sollte die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen werden.