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Weltuntergang: Warten auf das große Ende

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 13:58 Uhr
Traditionell gekleidet erwartet ein Maya-Nachfahre den Zeitenwechsel. (FOTO: DPA) 
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Auf Berggipfeln, in Bunkern und Steinkreisen, vor allem aber in der Heimat der Maya in Mexiko haben Esoteriker in aller Welt des Weltuntergangs am Freitag geharrt.
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Merida/dapd. 

Mangels jeglicher Anzeichen einer Apokalypse begingen Schamanen und Seher im mexikanischen Yucatan das Ende eines uralten Maya-Kalenders als Beginn eines neuen spirituellen Zeitalters. Das kryptische Datum 21. Dezember bewegte neben Untergangsgläubigen auch schlicht Neugierige, Feierwütige und Geschäftemacher.

An diesem Termin lief ein uralter, 5.125 Jahre umfassender Kalender der Maya ab. Unter Endzeitjüngern wurde das als Hinweis auf den Weltuntergang oder zumindest welterschütternde Ereignisse ausgelegt. Dabei war nicht einmal klar, wann die Zeitrechnung der alten Hochkultur eigentlich genau endet. Die einen gingen von Donnerstag um Mitternacht aus, die anderen von der Morgendämmerung am Freitag, wieder andere dachten an einen noch späteren Zeitpunkt. „Wartet bis Tagesanbruch am 22.; dann werden wir Maya sprechen“, erklärte die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu aus Guatemala.

Zeitenende später?

Die Maya hatten einen beeindruckend genauen Kalender entwickelt, der die Zeit in Perioden von 394 Jahren - sogenannten Bak'tunen - maß. Einige Wissenschaftler glauben, dass der 13. Bak'tun-Zyklus am 21. Dezember endet und dann einfach eine neue Epoche beginnt. Andere Forscher haben andere Daten errechnet, die noch weiter in der Zukunft liegen.

Das mexikanische Nationalinstitut für Anthropologie und Geschichte deutete an, dass die alten Umrechnungen der Maya- in die moderne Zeitrechnung um ein paar Tage daneben liegen könnten. Möglicherweise ende der lange Zeitzyklus der Maya tatsächlich erst am Sonntag. Dessen ungeachtet versammelten sich in Merida auf der Halbinsel Yucatan in der Nähe der Ruinen von Chichen Itza Tausende und feierten mit Tanz und Trommel den Anbruch der „neuen Ära“.

Rummel in Bergdörfern

Anderswo auf der Welt zog es Ängstliche an Orte, denen besondere Schutzkräfte nachgesagt werden. Einem Gerücht zufolge soll der Berg Bugarach in den französischen Pyrenäen der einzige Ort auf Erden sein, der dem Untergang entgeht. Ein riesiges UFO mit Außerirdischen warte unter dem Gipfel darauf, hervorzubrechen und die Gläubigen in Sicherheit zu bringen. Die Gendarmerie allerdings hält Fremde vom Bugarach und dem gleichnamigen Dorf dort fern. Dessen Bewohnern reicht der Rummel allmählich. „Hier wird eine urbane Legende geboren“, schimpfte ein Einwohner über den „Medienrummel“.

Serbien kontert mit einem eigenen mystischen Berg, dem pyramidenförmigen Rtanj, der sich ebenfalls auftun und Rettung bieten soll. „Wir bekommen Anfragen bis aus Holland von Leuten, die Zuflucht suchen möchten“, berichtete eine Anwohnerin. Auch der kleine türkische Winzerort Sirince präsentiert sich, aus ungeklärtem Grund, als Zufluchtsort. Zur großen Enttäuschung der örtlichen Gastronomie fanden sich dort jedoch mehr Journalisten und Sicherheitsleute als Endzeitjünger ein.

In Stonehenge fanden sich Hunderte Menschen zu einer „Weltuntergangsparty“ ein. Das Datum fällt mit der Wintersonnenwende zusammen, wie sie dort am Steinkreis immer gefeiert wird. Der britische Druide Artur Uther Pendragon erwartete dieses Jahr mehr Besucher als sonst. In Moskau bot ein Museum in einem alten Weltkriegsbunker Rettung vor dem Weltuntergang für umgerechnet 1.100 Euro; die Hälfte des Geldes gibt es zurück, wenn nichts passiert. Alle tausend Plätze waren ausverkauft.

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