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VEB "Kulturpark" Plänterwald: Ruinen-Romantik im Berliner Spreepark

Uhr | Aktualisiert 01.05.2014 11:37 Uhr
Der Spreepark ist zum 1. Mai verkauft.  (BILD: Andreas Bez)
Er war der erste ständige Rummelplatz in der DDR. Seit knapp zwölf Jahren gammeln die Fahrgeschäfte im Berliner Spreepark vor sich hin. Die einzigen Besucher: Berliner und Touristen aus aller Welt, die sich einer Führung anschließen - und täglich rund 500 Einbrecher. Zum 1. Mai 2014 wurde der Park verkauft.
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Berlin

Das Land Berlin ist jetzt wieder Herr in seinem größten Vergnügungspark: Der Spreepark wurde pünktlich zum 30. April vom bisherigen Pächter Witte geräumt. „Wir haben den Spreepark am Mittwoch wie vereinbart in vertragsgemäßem Zustand übernommen“, sagte eine Sprecherin des Liegenschaftsfonds der dpa. Ende März hatte der Liegenschaftsfonds das seit 13 Jahren geschlossene Parkgelände zurückgekauft. Für zwei Millionen Euro wurde das bis 2061 laufende Erbbaurecht für das 30 Hektar große Grundstück im Plänterwald zurückerworben.

Damit soll Berlins einst einziger ständiger Vergnügungspark aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden. Der Pächter war pleite gegangen und durch Drogenschmuggel in großem Stil in die Schlagzeilen geraten. Hohe Schulden belasteten das Gelände, wofür jetzt mit der Gläubigerbank eine Lösung gefunden wurde.

Letzte Chance - Tour durch den Spreepark

Wer ein vielleicht letztes Mal die Ruinen-Romantik einer abgewickelten Ära erleben will, kann dies am kommenden Sonntag (4.Mai). Tickets für die Reise in die Vergangenheit gibt es auf berliner-spreepark.de.

Anmelden kann man sich ausschließlich per E-Mail. Die zweistündige Tour kostet 15 Euro, bei der Anekdoten und die Geschichte des Parks erzählt werden.

Das Land mache jetzt eine Bestandsaufnahme und berate zusammen mit dem Bezirk Treptow-Köpenick die künftige Nutzung, sagte die Sprecherin. Dabei werde auch geprüft, welche Möglichkeiten für Interimsnutzungen gefahrlos umgesetzt werden können.

Das riesige, teils verwahrloste Areal mit Riesenrad und Dinosaurieren ist umzäunt und wird bewacht. In das Konzept soll auch das Eierhäuschen - ein berühmtes ehemaliges Ausflugslokal in jetzt schlechtem Zustand - einbezogen werden. (dpa)

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