Vorlesen

USA: Feuerwehrleute scheinbar aus purer Mordlust getötet

Uhr | Aktualisiert 26.12.2012 13:57 Uhr

Ein ehemaliger Häftling hat in den USA ein Haus und ein Auto angezündet, um dann die Einsatzkräfte zu erschießen. (FOTO: RTR)

Ein gewalttätiger Ex-Sträfling, der an Weihnachten im US-Bundesstaat New York zwei Feuerwehrleute erschossen hat, hat offenbar aus purer Mordlust gehandelt.
Drucken per Mail
New York/AFP. 

Dies geht nach Polizeiangaben aus einer Nachricht hervor, die der 62-Jährige schrieb, bevor er sein Haus anzündete und dann auf die zum Löschen anrückenden Feuerwehrleute schoss. Im dem ausgebrannten Haus fanden die Ermittler Leichenteile, vermutlich von der Schwester des Täters.

William Spengler setzte am frühen Morgen des 24. Dezember sein eigenes Haus und sein Auto in der kleinen Gemeinde Webster in Brand. Als die Feuerwehr eintraf, eröffnete er sofort das Feuer. Zwei Feuerwehrleute wurden getötet, zwei weitere schwer verletzt. Ein Polizist erwiderte nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Gerald Pickering das Feuer und „rettete damit wahrscheinlich zahlreiche Leben“. Spengler habe sich schließlich selbst getötet, sagte Pickering am Dienstag.

Der Polizeichef zitierte aus einer mehrseitigen maschinengeschriebenen Notiz des Mörders, in der sich dieser auch zu seinem mutmaßlichen Motiv äußerte: „Ich muss mich vorbereiten und sehen, wieviel von der Nachbarschaft ich niederbrennen kann und tun, was ich am liebsten mag - Menschen töten“. Sieben Häuser auf einer Landzunge im Ontario-See in der Nähe von Rochester brannten komplett nieder, weil die Feuerwehr wegen des Beschusses nicht löschen konnte.

In der Ruine von Spenglers Haus fanden die Ermittler später menschliche Überreste - vermutlich von Spenglers 67-jähriger Schwester Cheryl, mit der er zusammenlebte. Sie wurde seit Montag vermisst. Auf welche Weise die Frau ums Leben kam, sollten gerichtsmedizinische Untersuchungen klären. Ein im Krankenhaus behandelter Polizist wurde mittlerweile wieder entlassen.

Der Brand war „eindeutig eine Falle“, sagte Polizeichef Pickering. „Leute, die mitten in der Nacht aufstehen, um ein Feuer zu bekämpfen, rechnen nicht damit, angegriffen und getötet zu werden“. Spengler habe sich mit einem ganzen „Arsenal“ an Munition und drei Waffen verschanzt, darunter einem Sturmgewehr der Marke Bushmaster, wie es auch der Amokläufer von Newtown benutzt hatte. Der 62-Jährige habe sich regelrecht „im Kampfeinsatz“ befunden, sagte Pickering.

Spengler hatte 1980 seine Großmutter mit einem Hammer erschlagen. Ein Jahr später wurde er verurteilt und saß 17 Jahre im Gefängnis. Seither war er nicht mehr aktenkundig geworden.

In den USA wird nach dem Amoklauf von Newtown im Bundesstaat Connecticut derzeit wieder leidenschaftlich über die Waffengesetze diskutiert. Am 14. Dezember hatte ein 20-Jähriger in einer Grundschule in dem Ort 20 Erstklässler sowie sechs Erwachsene und schließlich sich selbst erschossen. Zuvor hatte er zu Hause seine Mutter getötet.

Auch interessant