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Schweden: Frau rast mit gekapertem Zug in ein Haus

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Beim Aufprall des Triebwagens am Dienstag früh um 2.30 Uhr hielten sich nach Polizeiangaben neun Bewohner in dem Haus im Vorort Saltsjöbaden auf. (FOTO: DPA) 
Eine 20-jährige Putzfrau hat in Schweden einen Vorortzug gekapert und in ein Wohnhaus gefahren. Außer der jungen Frau selbst wurde bei dem Unglück niemand verletzt.
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Stockholm/AFP. 

Eine 20-jährige Putzfrau hat in Schweden einen Vorortzug gekapert und in ein Wohnhaus gefahren. Außer der jungen Frau selbst wurde nach Angaben der Stockholmer Polizei bei dem Unglück am Dienstag niemand verletzt. Ihr Zustand sei „ernst, aber stabil“, hieß es. Warum die Frau den Zug stahl und damit losfuhr, war zunächst völlig unklar.

Der Polizei zufolge fuhr die junge Frau am frühen Dienstagmorgen mit dem leeren Zug los. Als sie an einer Stelle ankam, an der die Schienen endeten, hatte sie eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern erreicht, wie Arriva, die Betreibergesellschaft der Bahnlinie, mitteilte. Der Zug entgleiste und krachte 25 Meter entfernt in das Wohnhaus in einem Stockholmer Vorort. Dabei wurde er völlig zerstört, wie ein Sprecher der Stockholmer Verkehrsbetriebe sagte.

Nach Angaben von Arriva arbeitete die Frau seit einigen Monaten für eine Reinigungsfirma, die für die Betreibergesellschaft Arriva tätig war. Sie habe gute Arbeit geleistet, sagte ein Sprecher. Als Putzfrau habe sie Zugriff auf Schlüssel für das Zugdepot, nicht aber für die Züge gehabt. Wie sie den Zug stehlen konnte, sei daher unklar. Das Steuern der Lok sei indes für die meisten Leute machbar, wenn sie erst einmal den Schlüssel hätten, fügte er hinzu.

Die Frau wurde wegen des Vorwurfs der mutwilligen Zerstörung in der Öffentlichkeit festgenommen. Dieses Delikt kann in Schweden mit bis zu acht Jahren Haft bestraft werden.

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