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Russland: Führte Pilotenfehler zu Flugzeugunglück?

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 11:35 Uhr
Ein Flugzeug des Typs Tu-204 schoss in Wnukovo über die Landebahn hinaus und fing Feuer. (FOTO: DPA) 
Beim Absturz einer Passagiermaschine am Moskauer Flughafen Wnukowo sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass es sich um einen Pilotenfehler handelt.
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Moskau/dapd. 

Beim Absturz einer Passagiermaschine am Moskauer Flughafen Wnukowo sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass es sich um einen Pilotenfehler handele, sagte Wladimir Markin von der russischen Ermittlungsbehörde. Das Flugzeug vom Typ Tu-204 war beim Landeanflug am Samstag über die Landebahn hinaus geschossen, auseinandergebrochen und in Flammen aufgegangen.

Vier weitere Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden, teilte ein Sprecher des Katastrophenschutzes bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz mit. Die Tupolew-Maschine vom Typ Tu-204 der Fluggesellschaft Red Wings war demnach ohne Passagiere an Bord aus dem tschechischen Pardubice gekommen. Bei allen acht Insassen habe es sich um Besatzungsmitglieder gehandelt. Die Airline Red Wings gehört einer Holding des russischen Milliardärs Alexander Lebedew, der auch Anteile an der Fluggesellschaft Aeroflot hält.

Zwtl.: Flugzeug auf Autobahn gestürzt

Das Flugzeug war bei dem Unfall teilweise auf eine nahe gelegene Autobahn gerutscht. Das russische Fernsehen zeigte Bilder des Wracks, das mit abgebrochenem Bug auf einer Straße lag. Berichte über Zusammenstöße mit Autos lagen zunächst nicht vor.

Vor dem Start in Pardubice sei das Flugzeug untersucht worden. Es habe keine technischen Mängel aufgewiesen, zitierte das tschechische Fernsehen den Direktor des Flughafenbetreibers, Jan Anderlik. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte leichter Schneefall in der russischen Hauptstadt. Nach einer mehrstündigen Sperrung sei Wnukowo wieder für den Flugverkehr freigegeben worden, teilte Airport-Sprecherin Jelena Krylowa am Abend mit.

Bislang hatte es Berichten zufolge keine tödlichen Unfälle mit TU-204-Maschinen gegeben. In letzter Zeit häuften sich indes Meldungen über technische Mängel. Bereits in der vergangenen Woche sei eine Tu-204 auf dem sibirischen Flughafen von Nowosibirsk von der Landebahn abgekommen, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti. Nach Angaben der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija versagte damals das Bremssystem. Der Tupolew-Konzern wurde in einem Schreiben aufgefordert, rasch vorbeugende Maßnahmen vorzunehmen.

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