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Mitteldeutsche Zeitung | Prozess wegen Diskriminierung: Waffenhändler ruft „muslimfreie Zone“ aus
18. February 2016
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Prozess wegen Diskriminierung: Waffenhändler ruft „muslimfreie Zone“ aus

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Der Waffenhändler Andy Hallinan hat mit einem Video zur seiner „muslimfreie Zone“ viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

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Screenshot Youtube

In den USA gibt es eine zunehmend islamfeindliche Stimmung - und die Protagonisten treten immer selbstbewusster auf. Zahlreiche Waffengeschäfte sorgten quer durch das Land mit so genannten „muslimfreien Zonen“ für Aufsehen.

Doch nun gibt es in Oklahoma einen Prozess, um gegen diese Diskriminierung vorzugehen. Ein US-Army Reservist muslimischen Glaubens, Raja'ee Fatihah, verklagt einen Waffenhändler, weil er ihn des Geschäftes verwiesen habe.

Der Beklagte behauptet zwar, es sei ihm lediglich um die „Haltung“ des Kunden und keineswegs um seinen Glauben gegangen - sein Anwalt beruft sich außerdem auf das Recht auf freie Rede. Doch wenn er nicht nachweisen kann, dass der Verweis individuelle Gründe hatte, dann könnte das Urteil in einer Stimmung steigender Islamfeindlichkeit ein Zeichen setzen.

Waffen können Leid zufügen

Der Waffenhändler Andy Hallinan hatte im vergangenen Jahr mit einem Youtube-Video viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Inhaber des Waffengeschäfts „Florida Gun Supply“ hatte seinen Laden zur „Muslimfreien Zone“ erklärt. Seine Begründung: Er halte es für seine Pflicht, keine Waffen an Menschen zu verkaufen, die damit anderen Leid zufügen könnten und bezog sich dabei explizit auf ein Ereignis. Mitte Juli hatte ein 24-jähriger muslimischer Attentäter in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee zwei Militäreinrichtungen angegriffen und dabei fünf Soldaten erschossen.

Erinnerung an Rassentrennung

Vertreter muslimischer Verbände und Bürgerrechtler kritisierten das Verhalten Hallinans und der anderen Geschäftsinhaber scharf. Es erinnere an die Zeit der Rassentrennung. Auch die Justiz ermittelte wegen Diskriminierung und es kam im Fall Hallinan sogar zu einem Gerichtsurteil. Mit überraschendem Ergebnis. Die „muslimfreie Zone“ sei rechtens, solange kein Muslim ausdrücklich wegen seines Glaubens aus dem Geschäft geworfen werde. Doch genau dieser Tatbestand könnte im Prozess um Raja'ee Fatihah zu tragen kommen. (IsP)


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