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Nordrhein-Westfalen: Nach Anschlagsversuch weiterer Verdächtiger identifiziert

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Fahndungsplakat der Polizei: Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Die Bombe im Bonner Hauptbahnhof könnte von islamistischen Terroristen gelegt worden sein. (FOTO: DPA) 
Immer mehr Spuren nach dem versuchten Anschlag von Bonn: Medien zufolge soll mindestens ein weiterer Verdächtiger identifiziert sein. Erste Forderungen nach gesetzlichen Konsequenzen werden laut.
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Köln/DPA. 

Nach dem gescheiterten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof haben die Ermittler Medienberichten zufolge mindestens einen weiteren Tatverdächtigen identifiziert. Dieser soll Verbindungen zum islamistischen Terrornetzwerk Al-Kaida haben. Insgesamt geht die Bundesanwaltschaft von mindestens drei Verdächtigen aus. Als Konsequenz forderte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Ausweitung der Videoüberwachung.

Der Westdeutsche Rundfunk meldete am Samstag, als Tatverdächtiger identifiziert sei ein Al-Kaida-Verbindungsmann aus dem rheinischen Langenfeld. Allerdings sei unklar, ob er zur Tatzeit am Bonner Hauptbahnhof gewesen sei. Er wäre ein dritter Verdächtiger neben den bereits bekannten Männern - einem dunkel- und einem hellhäutigen -, die zur Tatzeit im Bahnhof gesehen beziehungsweise gefilmt wurden.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Freitag die Ermittlungen übernommen. Sie sprach von einem Anfangsverdacht gegen jenen Mann, der die Tasche am vergangenen Montag am Bahnsteig abgestellt hatte. Dieser habe „Verbindungen in radikal-islamistische Kreise“. Nach Zeugenaussagen war die Tasche vom Dunkelhäutigen abgestellt worden.

Ihn rechnen die Ermittler laut „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“ der Bonner islamistischen Szene zu. Der Zeitung zufolge soll er Verbindungen zu Leuten im Ausland haben, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehen. Der „Spiegel“ benannte ihn als Bonner Somalier Omar D., den die Ermittler nach dem Anschlagsversuch bereits festgenommen hatten, aber später freiließen - möglicherweise mangels Beweisen. Er soll 2008 zusammen mit seinem Freund Abdirazak B. auf dem Flughafen Köln-Bonn abgeführt worden sein, weil beide - so hieß es damals - auf dem Weg in ein Terror-Ausbildungslager gewesen seien. Sein Anwalt bestreitet eine Verbindung zur Tat.

Laut dem Nachrichtenmagazin ist wohl auch der hellhäutige Zweite, der in einer McDonald's-Filiale des Bahnhofs gefilmt wurde, den Ermittlern namentlich bekannt.

Der Sprengsatz wurde wahrscheinlich ausgelöst, soll aber wegen einer Fehlkonstruktion nicht explodiert sein. Laut „Spiegel“ wäre er bei erfolgreicher Zündung nicht detoniert, sondern hätte eine Stichflamme verursacht.

Inzwischen streiten Bahn und Bundespolizei, wer zu verantworten hat, dass vom Bonner Bahnsteig zur Zeit des Anschlagsversuchs keine Videoaufzeichnungen existieren. Die Bahn hatte ihn zwar teilweise per Video beobachtet, aber keine Bilder aufgezeichnet. „Die Bundespolizei entscheidet, welche Kamerabilder gespeichert werden“, sagte ein Bahnsprecher auf Nachfrage. Für Bonn habe es allerdings keinen solchen Auftrag gegeben. Die Bundespolizei wies den Vorwurf zurück. Ein Sprecher kritisierte in der „Bild am Sonntag“, die Bahn sei nicht bereit, zusätzliche Aufzeichnungskapazitäten zu bezahlen.

Bundesinnenminister Friedrich sagte dem „Spiegel“: „Wir brauchen eine effiziente Videobeobachtung und Videoaufzeichnung auf öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen.“ Mit einer besseren Technik ließen sich „Gewalttäter abschrecken und geplante Anschläge aufklären“. Friedrich verlangte, „die erforderliche Modernisierung der Videotechnik schnell voranzutreiben“.

Sein niedersächsischer Landeskollege Uwe Schünemann (CDU) sieht das ähnlich. „Auf Bahnhöfen ist dies flächendeckend erforderlich“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Der Innenausschuss-Vorsitzende im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), äußerte Unverständnis über die fehlenden Videoaufzeichnungen. „Art und Umfang der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sind zwischen der Bahn AG und der Bundespolizei abzustimmen“, sagte er der Zeitung „Die Welt“.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) warnte vor einer Debatte über schärfere Gesetze. „Wir müssen unsere ganze Energie auf die Reform der Sicherheitsarchitektur konzentrieren“, sagte sie der „Welt“. Ihrer Meinung nach solle lieber dafür gesorgt werden, dass Bomben die Bahnhöfe nicht erst erreichen.

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