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Neue EU-Richtlinie: Führerschein mit Verfallsdatum

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Führerschein mit Verfallsdatum: 89 Prozent der Deutschen wissen nicht Bescheid! Ab dem 19. Januar müssen sich deutsche Autofahrer auf einige gesetzliche Neuerungen einstellen. (FOTO: OBS/COSMOSDIREKT)

Ab dem kommenden Samstag gilt eine Art „Verfallsdatum“ für neue Führerscheine. Sie müssen nach 15 Jahren erneuert werden. Ursache ist eine europaweite EU-Richtlinie, die nun auch in Deutschland in Kraft tritt.
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Hamburg/AFP. 

Was hat es mit dem „Verfallsdatum“ auf sich?

Um Missverständnissen von vorneherein vorzubeugen: Die EU-Richtlinie führt nur eine begrenzte Gültigkeitsdauer für Führerscheindokumente ein, die nach 15 Jahren umgetauscht werden müssen. Die zugrundeliegende Fahrerlaubnis, die durch Prüfungen erworben wurde, bleibt selbstverständlich weiter unbegrenzt gültig. Es handelt es sich also nur um einen verwaltungstechnischen Akt, der sicherstellen soll, dass Führerscheine besonders mit Blick auf Name und Foto aktuell bleiben.

Gilt die neue Regelung für alle Führerscheine?

Nein. Betroffen sind nur Dokumente, die ab dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. In erster Linie werden daher Fahranfänger von dieser Regelung betroffen sein. Aber auch Ersatz-Führerscheine, die nach dem Verlust eines alten neu ausgestellt werden, gelten befristet. Langfristig sollen allerdings alle Führerscheine den Vorgaben der Richtlinie entsprechen. Dafür hat die EU eine Frist bis Ende 2032 gesetzt.

Was ändert sich durch die neuen Führerscheine noch?

Mit der Einführung neuer Führerscheine verändern sich zusätzliche einige Fahrerlaubnisklassen, wie es in den vergangenen Jahren bei Reformen schon öfter der Fall war. Dabei gilt für Altinhaber generell Bestandsschutz, das heißt sie können einmal erworbene Berechtigungen nicht verlieren, diese werden auch bei einem Umtausch „mitgenommen“. Bei Erweiterungen profitieren sie automatisch.

Welche Führerscheinklassen sind betroffen?

Mit den ab Samstag ausgegebenen Führerscheinen wird unter anderem eine zusätzliche Motorradklasse A2 eingeführt. Für Pkw-Fahrer (Klasse B) werden die Regeln zum Ziehen von Anhängern vereinfacht: Sie dürfen künftig alle Gespanne bis zu einem zugelassenen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen bewegen. Bislang war das Anhänger-Gewicht auf 750 Kilogramm begrenzt. Jetzt darf es auch höher liegen, sofern das Gesamtgewicht der gesamten Kombination die Grenze nicht übersteigt.