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Nahost: Heuschreckenplage in Ägypten und Israel

Uhr | Aktualisiert 06.03.2013 23:03 Uhr
Ein israelischer Motoradfahrer fährt in der Negev-Wüste nahe der ägyptischen Grenze durch einen Heuschreckenschwarm.   (BILD: DPA)
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Millionen von Heuschrecken fallen über Ägypten und Israel her. Sie fressen ganze Landschaften kahl und verschmähen nur Dattelpalmen und Olivenbäume. Schon im November haben die Vereinten Nationen Ägypten vor einer bevorstehenden Heuschreckengefahr gewarnt und geraten, die Brutstätten mit Pestiziden zu bekämpfen.
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Jerusalem/MZ

Das Szenario erinnert an die Bibel. Riesige Schwärme mit Millionen Heuschrecken haben erst Ägypten überfallen und den Himmel über Kairo geschwärzt. Jetzt wird die Bevölkerung von Saudi Arabien vor der Ankunft von 800 Millionen Heuschrecken gewarnt. Die zwei Gramm schweren Insekten fressen alles, was grün ist und vernichten ganze Ernten.

Schon in der Bibel werden Heuschrecken in Ägypten während des Auszugs der Kinder Israel unter Moses als „achte Plage“ beschrieben. Experten in Israel erklärten, dass jedes Tier pro Tag Grünzeug entsprechend seines eigenen Körpergewichts frisst. Das mag nicht viel sein. Aber wenn Millionen Heuschrecken einfallen, werden ganze Landstriche kahlgefressen. Im Jahr 2004 sind nach Angaben der Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen 38 Prozent der Ernten in Ägypten aufgefressen worden.

Mann

Ein Mann hält eine Heuschrecke in der Hand  (BILD: RTR)

Früher haben die Menschen mit Kochtöpfen getrommelt oder Reifen verbrannt, um die Tiere mit Krach und Rauch zu verscheuchen. Doch diese Methode erwies sich als wenig wirksam. Die Heuschrecken verschmähen Dattelpalmen und Olivenbäume. „Das mag der tiefe Grund sein, weshalb ausgerechnet Datteln und Oliven im Heiligen Land seit Jahrtausenden überlebt haben“, sagte ein Experte von der Universität Tel Aviv.

Ausläufer der Heuschreckenschwärme von Ägypten haben inzwischen die Sinai-Halbinsel überquert und den Gazastreifen sowie Israel erreicht. Dort stehen bei Nitzana Flugzeuge bereit, um die Tiere mit Pestiziden zu besprühen und zu töten. Ein israelischer Experte erklärte am Mittwoch im Fernsehen, dass die Heimat der Heuschrecken im Sudan liege. Wenn es dort wegen starker Vermehrung der Tiere zu einer Überbevölkerung komme, entstünden die riesigen Schwärme. Die ließen sich vom Wind nach Ägypten und andere Länder des Nahen Ostens tragen. Auf dem Weg richten sie Millionenschaden an.

Schon im November haben die Vereinten Nationen Ägypten vor einer bevorstehenden Heuschreckengefahr gewarnt und geraten, die Brutstätten mit Pestiziden zu bekämpfen. Doch in Kairo habe man die Warnungen der Uno als „Gerüchte“ und „Kritik am ägyptischen Regime“ in den Wind geschlagen.

In Saudi Arabien wurde die Bevölkerung davor gewarnt, die Heuschrecken zu essen, weil sie in Israel vergiftet würden. Bei Saudis und Jemeniten gelten Heuschrecken als Delikatesse. Der größte Heuschreckenbasar in Saudi Arabien befindet sich in Buraydah, wo trotz der Warnungen des Landwirtschaftsministeriums lebende Heuschrecken in Säcken von fünf Kilo für 80 Euro verkauft werden.

Sie werden in Wasser eingelegt, einige Tage lang an der Sonne getrocknet, in der Pfanne gebraten, gesalzen und schließlich „wie Nüsse“ gegessen. Bei einer Fernsehdebatte zu Heuschrecken erzählte der bekannte israelische Chefkoch Israel Aahroni, dass er demnächst an einer Tagung in London über die kulinarische Verwertung von Heuschrecken, Käfern und anderen Insekten teilnehmen wollte. Diese im Westen verschmähten Tiersorten gebe es in riesigen Mengen. Sie seien sehr gesund und könnten der von Hunger bedrohten Menschheit Eiweiß liefern. Im Fernen Osten würden Skorpione und andere Insekten gegrillt auf öffentlichen Märkten angeboten.

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