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Marc Dutroux: «Belgien hat Angst» vor dem Kindermörder

Uhr | Aktualisiert 04.02.2013 19:07 Uhr
Marc Dutroux (r.) wird im Februar 2000 nach einer Anhörung im Gericht von Neufchateau (Belgien) von Polizeibeamten in Handschellen zu einem wartenden Auto gebracht. (FOTO: DPA) 
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Die belgische Zeitung Le Soir bekannte es gestern freimütig: "Belgien hat Angst." Der Mann, vor dem sich das Land fürchtet, kam in Handschellen und streng bewacht: Mark Dutroux.
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Brüssel/MZ. 

Seit 1996 sitzt er wegen Entführung, Vergewaltigung und vierfachem Mädchenmord in Haft, seit 2004 mit rechtskräftigem Urteil. Gestern ließ er vor Gericht eine vorzeitige Haftentlassung prüfen. Eine Entscheidung fiel noch nicht.

Hohe Sicherheitskosten

Doch es war mehr als ein bloßer Rechtstermin. Seit Tagen diskutierte das Land über den Fall. War es notwendig, Dutroux vom Gefängnis in Nivelles vor Gericht nach Brüssel zu bringen, oder hätte die Anhörung nicht in der Haftanstalt abgehalten werden können? Von 50 000 Euro Ausgaben für Sicherheit und Polizei war die Rede. Und selbst Dutroux ließ über seinen Anwalt Pierre Deutsch erklären, er hätte einer Anhörung im Gefängnis zugestimmt.

Es sind Scheindebatten. Denn noch immer schaut Belgien beim Blick ins Gesicht von Marc Dutroux in den Abgrund. In den Abgrund des Verbrechens und in den Abgrund des Versagens der belgischen Justiz. Sechs Mädchen hatte Dutroux in den 90er Jahren entführt, vergewaltigt und vier von ihnen ermordet. Die belgische Justiz war ihm wegen kleiner Verbrechen auf der Spur. Doch passiert ist zunächst nichts. Das Versagen des belgischen Staates - nirgendwo verdeutlicht es sich mehr als in der Ineffizienz der Justizverwaltung. Dutroux hat freiwillig angeboten, eine elektronische Fußfessel zu tragen. Doch wird es zu einer Entlassung vermutlich nicht kommen. Sein Anwalt Deutsch beklagte die Vorverurteilung.

Klagen vor Menschenrechtsgericht

Die Angehörigen der Opfer klagen auch, sie fordern eine Reform des Haftprüfungsverfahrens und verklagten die belgische Justizministerin vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof. Und Dutroux? Er kämpfte um seine Freilassung. Sein Anwalt erklärte: "Wir müssen zeigen, dass es eine Möglichkeit der Wiedereingliederung gibt, mit Wohnung, Arbeit oder zumindest Mitteln zum Lebensunterhalt." Kaum jemand aber rechnet damit, dass Dutroux je frei kommt.

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