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Köln: Katholische Ärzte weisen Vergewaltigte ab

Uhr | Aktualisiert 17.01.2013 20:48 Uhr

Das katholische Heilig Geist-Krankenhaus soll eine Vergewaltigungsopfer abgewiesen haben. Die Frau soll in Köln laut einem Zeitungsbericht an zwei katholischen Krankenhäusern unter anderem deshalb abgewiesen worden sein, weil sie die «Pille danach» bekommen sollte. (FOTO: DPA)

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Zwei katholische Krankenhäuser des Erzbistums Köln haben im Dezember offenbar ein Vergewaltigungsopfer abgewiesen. Der 25-jährigen Frau wurde die gynäkologische Untersuchung verweigert.
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Köln/MZ. 

Zwei katholische Krankenhäuser des Erzbistums Köln haben im Dezember offenbar ein Vergewaltigungsopfer abgewiesen. Der 25-jährigen Frau wurde die gynäkologische Untersuchung mit der Begründung verweigert, derartige Untersuchungen zur Beweissicherung seien den katholischen Krankenhäusern seit zwei Monaten untersagt, weil mit ihnen ein Beratungsgespräch über eine mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch sowie das Verschreiben der Pille danach verbunden sei.

Der Sprecher des Erzbistums Christoph Heckeley bestätigte dem Kölner Stadt-Anzeiger, dass eine Notfallkontrazeption - gemeint ist der Einsatz der Pille danach - in katholischen Krankenhäusern ausgeschlossen sei. Sie widerspreche den ethischen und moraltheologischen Grundsätzen der katholischen Kirche. Ärzte, die sich dieser Regelung widersetzten, müssten mit fristloser Kündigung rechnen.

Gegen eine Spurensicherung sei dagegen nichts einzuwenden, sagte Heckeley. Warum die Kliniken dies abgelehnt hätten, entziehe sich seiner Kenntnis. Grundsätzlich gelte, dass man Frauen, die beides verlangten, an ein anderes Krankenhaus verweisen müsse. Das Vergewaltigungsopfer war offenbar bei einer öffentlichen Party mit K.-o.-Tropfen betäubt worden und erst einen Tag später auf einer Parkbank wieder zu sich gekommen. Eine Notärztin, die eine Vergewaltigung nicht ausschließen konnte, hatte die Kliniken der Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria um eine Spurensicherung gebeten. In beiden Kliniken wurde sie abgewiesen. Auch ihr Hinweis, eine Beratung des Opfers sei erfolgt und die Pille danach bereits verordnet, führte nach Aussage der Notärztin zu keinem Einlenken.

Das Erzbistum Köln erklärte gestern, man bedauere sehr, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden sei, Opfer einer Vergewaltigung dürften in katholischen Krankenhäusern nicht behandelt werden. „Dies ist falsch“, hieß es in einer Presseerklärung. Auch in katholischen Krankenhäusern erhielten betroffene Frauen die notwendige Heilbehandlung; dazu gehöre gegebenenfalls eine Spurensicherung. Man habe das feste Vertrauen, dass der Träger der Krankenhäuser den Sachverhalt aufkläre.

Die Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria entschuldigten sich gestern, die Frau abgewiesen zu haben. „Wir bedauern das sehr“, sagte Christoph Leiden, Sprecher der Stiftung. Es sei aber keine Grundsatzhaltung der Stiftung, dass Opfer von Vergewaltigungen nicht behandelt würden.

Die Kölner CDU-Bundestagsabgeordnete und NRW-Landesvorsitzende der von katholischen Laien gegründeten Schwangerenberatung Donum Vitae, Ursula Heinen-Esser, sprach von einem Skandal. Es sei die Pflicht von Kliniken, Vergewaltigungsopfern jegliche Hilfe zukommen zu lassen. „Das schließt auch die Pille danach und das Beratungsgespräch mit ein.“ Die deutsche Bischofskonferenz wollte gestern zu dem Fall nicht Stellung nehmen.

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