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Kalter Krieg: Sowjetunion plante 189 Atombombenabwürfe

Der Sowjet-Flughafen in Altenburg

Der Sowjet-Flughafen in Altenburg

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Halle (Saale) -

Es ist Anfang der 30er Jahre, als Hermann Göring den Befehl mit dem Codenamen „Alpendohle“ erlässt. Darin weist Hitlers Luftwaffenchef den Ausbau eines Flugplatzes am Rande von Altenburg an. Neu entstehen Flugzeughallen, Prüfstände, Tankanlagen, Funk- und Wetterstation, daneben auch eine Kaserne für Mannschaften und Offiziere.

Altenburg-Nobitz, so der korrekte Name, dient nach seiner Fertigstellung bis 1945 als Ausbildungsflugplatz. Gegen Ende des Krieges kommt die 6. US-Panzerdivision unter General Robert W. Grow, deren 69. Panzer-Bataillon unter Commander Lagrew das Gelände besetzt. Es dauert nur 48 Stunden, dann ist Altenburg als alliierter Flugplatz mit dem Code R-23 für US-Flieger wieder anflugbereit.

Und das Flugfeld bleibt es auch nachdem die Amerikaner Altenburg wie ganz Mitteldeutschland im Sommer an die sowjetischen Streitkräfte übergeben haben. Während die Sowjets auf dem Flugfeld ihre Hubschrauber, Transportflugzeuge, MiG-Jäger und später auch MiG-29 Kampfbomber stationieren, nehmen die US-Truppen ihr Altenburg R-23 einfach mit: In der Wüste von Nevada, 200 Kilometer nördlich von Las Vegas und 9.000 Kilometer von Altenburg entfernt, mitten in der Einöde der berühmten Area 51, baut die US-Air Force die Start- und Landebahn und alle Rollwege des Flugplatzes identisch nach, ergänzt um angedeutete Nachbauten von Leitständen und Munitionsbunkern. Nicht weit entfernt entstehen zudem gleich auch noch zwei Nachbauten des sowjetischen Großflughafens „Altes Lager“ nahe Jüterbog in Brandenburg.

US-Großbasis Bitburg nachgebaut

Die USA wollen auf alles vorbereitet sein und ihren Piloten die Möglichkeit geben, Anflüge unter Gefechtsbedingungen auf Ziele zu üben, die mit den im Ernstfall ins Visier zu nehmenden identisch sind. Eine Strategie, die auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges auch die sowjetischen Luftstreitkräfte verfolgen - sie bauen sich zwischen Gadow und Rossow nördlich von Neuruppin auf dem Truppenübungsplatz Wittstock eine identische Kopie der westdeutschen US-Großbasis Bitburg. Wie Altenburg/Nevada dient auch Bitburg/Ost dazu, Zielanflüge zu üben und die Genauigkeit beim Abwurf von Bomben auf kleinere Ziele zu verbessern.

  1. Sowjetunion plante 189 Atombombenabwürfe
  2. Einsatz von 189 Atombomben geplant
  3. 17-seitiger „Aktionsplan für die Kriegsperiode“
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