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Italien: Alitalia-Logo wird von Unglücksmaschine entfernt

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 19:15 Uhr
Die beiden Fotos zeigen die Propellenturbinen-Maschine ATR-72 unmittelbar nach der Bruchlandung und tags darauf: Farbe und Logo der italienische Fluggesellschaft «Alitalia» wurden entfernt. (FOTO: DPA) 
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Die Eile war auffällig. In der Nacht entfernten Techniker der italienischen Fluggesellschaft Alitalia hastig das eigene Logo von der Unglücksmaschine. Am Samstagabend war die ATR72 aus Pisa bei der Landung auf dem Flughafen Rom-Fiumicino über die Piste gerutscht.
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Florenz/MZ. 

Die Eile war auffällig. In der Nacht entfernten Techniker der italienischen Fluggesellschaft Alitalia hastig das eigene Logo von der Unglücksmaschine. Am Samstagabend war die ATR72 aus Pisa bei der Landung auf dem Flughafen Rom-Fiumicino über die Piste gerutscht und mit zerbrochenem Fahrwerk im Gras liegen geblieben. An Bord waren 46 Passagiere und vier rumänische Besatzungsmitglieder. 16 Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Die Maschine gehörte der rumänischen Gesellschaft Carpatair, flog aber unter dem Logo der Alitalia. Doch am Morgen bot sich den Fotografen ein weißes Flugzeug, lediglich an der Kennung YR-ATS neben der rumänischen Staatsflagge konnte man erkennen, dass es sich um dasselbe Flugzeug handelte, das am Vorabend noch das typische Alitalia-Delta trug.

Wie die ersten Ermittlungen ergaben, hatte das gleiche Flugzeug bereits auf dem Nachmittagsflug von Rom nach Pisa Schwierigkeiten. Weil sich der rumänische Pilot und der Tower in Pisa nicht verständigen konnten, wäre es beinahe zu einer Kollision mit einer startenden Maschine gekommen. Bei der Landung in Rom dann herrschten ungünstige Wetterbedingungen: starker Regen und Wind. Der Tower hatte die Piloten über die Schlechtwetterlage gewarnt. Doch nach ersten Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Kommunikation zwischen Bodenpersonal und Flugzeug unterbrochen war. Möglicherweise waren die Systeme an Bord ausgefallen.

Alitalia, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt, greift auf Billigangebote von osteuropäischen Subunternehmern zurück. Die Staatsanwaltschaft untersucht nun, ob die Maschinen der Carpat-air genügend gewartet wurden. Auch die Qualifikation der rumänischen Besatzungen wird überprüft.