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Geiseldrama in Alabama: Polizei hält Kontakt mit dem Entführer

Uhr | Aktualisiert 02.02.2013 21:38 Uhr
Bewaffnete Polizisten der US-Bundespolizei FBI beraten sich nahe dem unterirdischen Bunker in Midland City, wo sich der 65-jähriger Vietnamkriegsveteran mit dem Kind verschanzt hat. (FOTO: RTR) 
Seit Dienstag hält ein alter Mann in Alabama einen Fünfjährigen in einem Bunker unter der Erde gefangen. Die Polizei geizt mit Informationen - dabei redet sie mit dem Entführer.
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Washington/dpa. 

Tag fünf im Geiseldrama im US-Bundesstaat Alabama: Ein 65-jähriger Vietnamveteran hält seit Dienstag einen fünf Jahre alten Jungen in einem unterirdischen Bunker in seiner Gewalt. Wie der zuständige Sheriff Wally Olson am Samstag bestätigte, hält die Polizei Kontakt mit dem Entführer. Einzelheiten über eventuelle Forderungen wollte er aber nicht mitteilen. „Wir haben ständigen Kontakt mit Herrn Dykes“. Bei dem Entführer handele sich um den 65-jährigen Jimmy Lee Dykes.

In dem Bunker in Midland City gebe es einen elektrischen Heizofen sowie Decken, sagte der Sheriff mit Blick auf die niedrigen Temperaturen. Die Polizei versorge den Jungen zudem mit Medikamenten. „Das ist sehr wichtig“, sagte Olson. Medienberichten zufolge leidet der Junge am Asperger-Syndrom.

Der Kontakt mit dem Kidnapper laufe über ein Plastikrohr aus dem Bunker, der über einen Meter unter der Erde liege. Der Entführer habe den Bunker selbst angelegt, berichteten Medien.

US-Medien spekulierten, die Geiselnahme könne noch Tage dauern. Nachbarn hätten berichtet, der Täter habe sich früher bis zu acht Tage in seinem Bunker versteckt. Die Polizei gehe davon aus, dass der Junge unverletzt ist. Auch Buntstifte und ein Malbuch habe er zur Verfügung.

Ein ehemaliger FBI-Experte, der früher mit Kidnappern verhandelte, rate der Polizei zu Geduld, berichtete der TV-Sender CBS. Solange der Junge unverletzt sei, solle die Polizei nicht zu „drastischen Maßnahmen“ greifen und etwa den Strom abstellen.

Wie Nachbarn und Medien berichteten, handelt es sich bei dem Täter um einen Mann mit Hang zur Gewalt. Er habe am Dienstag einen Schulbus überfallen, den Fahrer erschossen und den Jungen in seine Gewalt gebracht. Der Mann habe zunächst zwei Kinder in seine Gewalt bringen wollen. Doch mehr als 20 Kinder hätten durch eine Nottür im hinteren Bereich des Busses fliehen können.