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Chronologie: Der Mord an der elfjährigen Lena aus Emden

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Am 20. August beginnt vor dem Landgericht Aurich der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der elfjährigen Lena aus Emden. Das Mädchen wurde im März in einem Parkhaus tot aufgefunden. Sie fiel einem Sexualverbrechen zum Opfer. dapd dokumentiert die Ereignisse:
Aurich/Emden/dapd. 

- 24. März: Am Abend wird in einem Parkhaus im ostfriesischen Emden die Leiche eines elfjährigen Mädchens gefunden. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus.

- 25. März: Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen, dass das Mädchen getötet wurde. Die Auffindesituation und das Obduktionsergebnis wiesen eindeutig auf ein Gewaltverbrechen hin, heißt es.

- 26. März: Die Ermittler bestätigen, dass Lena Opfer einer Sexualstraftat wurde. Sie beginnen mit der Fahndung nach einem dunkel gekleideten jungen Mann. In Emden gedenken die Menschen der getöteten Lena mit einer Schweigeminute.

- 27. März: Die Polizei veröffentlicht Ausschnitte von Videoaufnahmen aus dem Parkhaus. Am Abend nehmen die Ermittler einen 17-jährigen Tatverdächtigen fest. Nach einem Lynchaufruf im Internet versammeln sich rund 50 Menschen vor dem Emder Polizeirevier.

- 28. März: Der Tatverdächtige sagt aus, legt aber kein Geständnis ab. Am Abend wird Haftbefehl gegen den 17-Jährigen erlassen.

- 29. März: Die Polizei teilt mit, dass der Verdächtige kein Alibi zur Tatzeit hat und veröffentlicht erneut eine Videoaufnahme.

- 30. März: Der bis zu diesem Zeitpunkt tatverdächtige 17-Jährige wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Neuen Ermittlungsergebnissen zufolge könne er nicht der Täter sein, heißt es. Lena wird auf einem städtischen Friedhof in Emden beigesetzt.

- 31. März: Die Polizei nimmt einen 18-Jährigen fest. Nach weiteren Hinweisen aus der Bevölkerung habe sich der Verdacht gegen den jungen Mann konkretisiert, heißt es vonseiten der Ermittler.

- 1. April: Der 18-Jährige gesteht die Tat. Der Richter erlässt Haftbefehl gegen den Mann wegen dringenden Mordverdachts zur Verdeckung eines Sexualdeliktes. Am Tatort gesicherte DNA-Spuren untermauern den Verdacht.

- 3. April: Die Polizei räumt schwere Fehler im Vorfeld der Tat ein. Der mutmaßliche Täter hatte sich im Herbst vergangenen Jahres wegen seiner pädophilen Neigung selbst angezeigt, die Beamten ermittelten jedoch nicht konsequent genug gegen ihn. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) kündigt eine umfassende Untersuchung der Vorwürfe an.

- 4. April: Gegen mehrere Polizeisachbearbeiter sowie zwei Vorgesetzte werden Disziplinarverfahren wegen Ermittlungspannen im Zusammenhang mit dem 18-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet. Taucher beginnen in Emden mit der Suche nach der Tatwaffe.

- 12. April: In Emden versammeln sich Schüler, Lehrkräfte und Eltern an der Emsschule zu einer Gedenkveranstaltung. Gegen vier weitere Beamte werden Disziplinarverfahren eingeleitet.

- 10. Mai: Die Staatsanwaltschaft Aurich erhebt Anklage gegen einen 18-Jährigen aus Emden. Der Mann soll am 27. März im Internet zum Lynchmord gegen den damals unter Verdacht stehenden 17-Jährigen aufgerufen haben.

- 30. Mai: Der 18-Jährige, der im Internet zum Lynchmord aufgerufen hatte, wird zu zwei Wochen in Dauerarrest verurteilt und erhält zudem eine Verwarnung nach Jugendstrafrecht.

- 27. Juli: Die Staatsanwaltschaft Aurich erhebt Anklage gegen den 18-jährigen Tatverdächtigen.

- 20. August: Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Mörder vor dem Landgericht Aurich.