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Brand in Bautzen: Gaffer freuen sich über Feuer

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Blick auf den ausgebrannten Dachstuhl einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Bautzen (Sachsen).

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Bautzen -

Nach dem Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Bautzen gehen die Ermittler gegenwärtig von Brandstiftung aus. Das sagte der Leiter des für Extremismus zuständigen Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei und Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Untersuchungen liefen aber noch. Einen Tatverdacht gebe es bisher nicht. Es werde in „jede Richtung“ ermittelt, betonte Merbitz, der vor Ort in Bautzen war.

Mit unverhohlener Freude haben Schaulustige dem Feuer zugesehen. Einige behinderten sogar die Löscharbeiten. Während des Brandes mitten in einem Wohngebiet versammelten sich in der Nacht zu Sonntag nach Polizeiangaben schätzungsweise 20 bis 30 Menschen.

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Ein Feuerwehrfahrzeug steht am 21.02.2016 in Bautzen (Sachsen) vor einem brennenden Haus.

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Teilweise seien die Gaffer angetrunken gewesen und hätten „abfällige Bemerkungen“ gemacht oder „unverhohlene Freude“ gezeigt, berichtete ein Polizeisprecher. Verletzt wurde bei dem Brand nach erstem Erkenntnisstand offensichtlich niemand. Das Gebäude war zuletzt als Hotel genutzt worden und befand sich im Umbau. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Innenminister Markus Ulbig (beide CDU) verurteilten das Verhalten der Schaulustigen scharf.

Tillich betonte auch mit Blick auf die fremdenfeindlichen Ereignisse am Donnerstagabend in Clausnitz im Erzgebirge, die Vorfälle seien erschreckend und schockierend zugleich. „Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher“, sagte er am Sonntag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Solche Taten besudelten „das, was die Menschen an Mut in der friedlichen Revolution aufgebracht haben und den Fleiß beim Wiederaufbau Sachsens“.

Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Was mich besonders betroffen macht, ist die Tatsache, dass mehrere betrunkene Bautzener vor Ort pöbelten.“ Es sei „unerträglich, wie offen und respektlos der Hass auf Ausländer zur Schau getragen wird“, fügte er hinzu. „Wir stehen vor einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, diesen Hass aus den Köpfen der Menschen zu bekommen.“

Anschlag kann nicht ausgeschlossen werden

Die Polizei erteilte am Sonntag Platzverweise gegen drei Bautzener im Alter von 19 und 20 Jahren, die die Arbeit der Feuerwehr massiv behindert hätten. Da die beiden alkoholisierten 20-Jährigen laut Polizei Widerstand leisteten, wurden sie in Gewahrsam genommen.

Der bisherige Hotelier zeigte sich entsetzt. „Ich habe noch vor drei Wochen in dem Hotel gewohnt, jetzt ist das Gebäude total ausgebrannt“, sagte er dem Online-Portal „Mopo24“. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein technischer Defekt für den Brand verantwortlich ist“, wird er zitiert. Alle Gasleitungen seien abgedreht gewesen, auch der Strom sei zum größten Teil nicht mehr am Netz gewesen. Der ehemalige Betreiber schätzt dem Bericht zufolge den Schaden in dem Gebäude mit 26 Zimmern auf 500.000 Euro.

Als Feuerwehr und Polizei eintrafen, brannte der Dachstuhl des Gebäudes in voller Ausdehnung. Rund 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sie verhinderten, dass die Flammen auf benachbarte Wohnhäuser und Supermärkte übergreifen. Böiger Wind habe die Löscharbeiten erschwert, berichtete die Polizei. Nach Ende der Löscharbeiten wird ein Brandursachenermittler zum Einsatz kommen.

In Clausnitz hatte ein aufgebrachter Mob am Donnerstagabend stundenlang einen Bus mit ankommenden Flüchtlingen blockiert. (dpa)