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Berliner Charité: Kommunikationsabläufe werden geprüft

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Nach dem mutmasslichen sexuellen Missbrauch eines 16-Jaehrigen Maedchens durch einen Krankenpfleger an der Berliner Charite begann das Expertengremium am Montag mit der Untersuchung des Vorfalls. (FOTO: DAPD) 
Nach den Missbrauchsvorwürfen und einem Informationschaos an der Berliner Charité prüft seit Montag ein externes Expertenteam die Kommunikationsabläufe an der Uniklinik.
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Berlin/dpa. 

Zum Arbeitsablauf konnte die sechsköpfige Gruppe um die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) am Morgen aber noch keine Angaben machen. „Wir werden uns erst einmal als Gruppe finden müssen“, sagte Zypries. Auch ein Zeitplan schwebe den Mitgliedern noch nicht vor. Die Charité muss auf politischen Druck hin die Aufarbeitung der Informationspannen vorantreiben. Ein 58-jähriger Krankenpfleger soll ein 16 Jahre altes Mädchen sexuell missbraucht haben, die Öffentlichkeit erfuhr erst nach einer Woche davon, auch die Behörden wurden nicht früher eingeschaltet.

Gremiummitglied und Pflegeexperte Günther Brenzel bezeichnete den Vorfall allerdings als nicht ungewöhnlich für eine Klinik. In seiner langjährigen Arbeit als Pfleger in Tübingen habe er ähnliche Fälle erlebt. Eine schnelle Aufklärung derartiger Vorwürfe erfordere aber ein Klima des Vertrauens innerhalb der Klinik und zwischen den Kollegen.

Dem Expertengremium gehören neben Zypries und Brenzel der Kinderchirurg Sylvester von Bismarck, der ehemalige Hamburger Innensenator Udo Nagel, die Geschäftsführerin des Kinderschutzvereins „Innocence in Danger“, Julia von Weiler, und die Leiterin der Beratungsstelle „Kind im Zentrum“, Sigrid Richter-Unger, an.

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